Langenfeld: 90 Jahre: Lehrerin feiert mit ihrer ersten Schulklasse

Langenfeld : 90 Jahre: Lehrerin feiert mit ihrer ersten Schulklasse

Die Realschullehrerin Lieselotte Strucksberg feierte ihren 90. Geburtstag mit den Schülerinnen und Schülern ihrer allerersten Klasse. Sie hatte die Jungen und Mädchen von 1950 bis 1956 unterrichtet. Jetzt kamen sie zu einem besonderen Klassentreffen. Statt "Dinner for one" gab es Kaffee und Kuchen für die ganze Schulklasse. Anders als im Kultfilm zum 90.Geburtstag, ist die Tafel voller Gäste.

Die Realschullehrerin Lieselotte Strucksberg feierte ihren 90. Geburtstag mit den Schülerinnen und Schülern ihrer allerersten Klasse. Sie hatte die Jungen und Mädchen von 1950 bis 1956 unterrichtet. Jetzt kamen sie zu einem besonderen Klassentreffen. Statt "Dinner for one" gab es Kaffee und Kuchen für die ganze Schulklasse. Anders als im Kultfilm zum 90.Geburtstag, ist die Tafel voller Gäste.

"Fräulein Dietrich" wird heute von ihren Schülern kurz "Didi" genannt. Sie haben ihr eine große Schachtel Pralinen mitgebracht und feiern den 90. Geburtstag der Lehrerin im großen Kreis. Zwanzig ehemalige Schülerinnen und Schüler sind mit ihren Partnern zum Klassentreffen an der Wasserskianlage in Langenfeld gekommen. "Ich bin gewöhnt mit ihnen zusammen zu sein und weiß auch noch alle Namen", sagt die Jubilarin fröhlich. Heute heißt sie Strucksberg. "Sie hat sich ganz auf ihre Klasse konzentriert und erst geheiratet, als wir mit der Schule fertig waren", sagt eine ehemalige Schülerin.

27 Jahre war Lieselotte Strucksberg alt, als sie ihre erste Klasse übernahm. "Es war Nachkriegszeit, wir hatten kaum Bücher und so mussten alle viel schreiben", erinnert sie sich. Sechs Fächer unterrichtete sie. Erdkunde und Biologie waren ihre Schwerpunkte. "Aber wir haben auch malen und singen bei ihr gehabt", erinnern sich Hans Kregeloh und Hans-Günther Thies. Regelmäßig treffen sich die ehemaligen Klassenkameraden. Früher im Fünf-Jahres-Rhythmus, mittlerweile alle zweieinhalb Jahre. Anita Sievering ist aus dem Schwarzwald angereist und das erste Mal dabei.

Die Schüler hätten sich nicht sehr verändert, stellt die alte Lehrerein fest. "Jeder hat etwas, das bleibt und auch die Stimme verändert sich nicht so sehr", sagt sie. Fast bei jedem Klassentreffen ist Lieselotte Strucksberg bisher dabei gewesen, die Bindung an ihre ehemalige Klasse war immer groß. Woher der gute Zusammenhalt herrührt, überlegen die Schülerinnen und Schüler.

Da es so viele Schüler gab und die Schule sehr klein war, fand zweimal wöchentlich auch nachmittags Unterricht statt. "Wir haben uns auch einmal vor einer Musikveranstaltung gedrückt, die wir alle besuchen und auch bezahlen sollten", sagt eine Schülerin. Dafür gab es dann eine Strafe in Form von Nachsitzen, erinnert sich die ehemalige Klassenlehrerin. Die war auch ein modisches Vorbild, sagt Brigitte Riesenbeck: "Sie hatte ein besondere, gestreifte Bluse, eine solche hat meine Mutter mir dann genäht." Gemeinsame Ausflüge und Klassenfahrten, auch das war vor über 50 Jahren schon Teil des Schullebens. Die Abschlussfahrt führte die Klasse nach Norderney, man besuchte die Jugendherberge in Brohl oder die Festung Ehrenbreitstein. Heute sind nicht mehr alle Ehemaligen dabei. Vier sind bereits verstorben und der Organisator der Klassentreffens Gregor Stoek ist erkrankt. Aber viele Freundschaften aus der Klasse blieben über Jahrzehnte erhalten. "Ein harter Kern aus Solingen trifft sich immer noch und auch in Langenfeld kennen und sehen wir uns natürlich häufiger", sagen die Gratulanten. Ihren 90. Geburtstag im Kreise ihrer Schüler zu feiern, gefällt Strucksberg, die mittlerweile in Benrath lebt. Sie will auch beim nächsten Klassentreffen gerne wieder mit von der Partie sein.

Im März 1956 wurden 35 Schüler der Klasse 6a verabschiedet. Die Realschule befand sich im jetzigen Freiherr-vom-Stein-Haus. Es war die einzige Klasse, die die Klassenlehrerin Lieselotte Strucksberg geb. Dittrich die ganze Schulzeit über betreute. Das kam in ihrem Berufsleben nie wieder vor.

(RP/gre/ac)
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