1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

75 Ahornbäume werden in Langfort gefällt

Langforter Wäldchen : 75 Ahornbäume müssen gefällt werden

Das Langforter Wäldchen bleibt voraussichtlich bis Montag gesperrt. Einige Bäume sind von der Rußrindenkrankheit befallen. Förster Zimmermann vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen (NRW) hatte den Befall jetzt bei einer Routine-Kontrolle entdeckt.

Das Langforter Wäldchen ist seit Donnerstag komplett mit grün-weiß-rotem Flatterband abgesperrt. Spaziergänger, Hundebesitzer oder Kinder, die dort Hütten bauen wollen, müssen sich einige Tage gedulden, bis sie wieder hinein können. Bis Montag sollen auf dem rund fünf Hektar großen Areal 75 Ahornbäume gefällt werden, die von den Sporen eines schwarzen Pilzes, dem Ahornrindenruß befallen sind. Zu erkennen daran, dass die Rinde aufplatzt und sich dunkle Flecken zeigen. Die Sporen sind für Menschen gefährlich und schädigen beim Einatmen die Lunge. „Das ist ein Pilz, der nur den Bergahorn befällt“, sagt Förster Karl Zimmermann. Er wächst in der Wasserleitungsbahn zwischen Rinde und Holz. „Der Baum ist nicht mehr zu retten und stirbt relativ schnell ab.“

 Milliarden von Pilzsporen verteilten sich dabei in der Luft. Der Pilz werde durch die extreme Trockenheit begünstigt, die in der Region bereits in den vergangenen beiden Jahren Schäden im heimischen Wald verursacht hätten. „Die Bäume sind gestresst. Der Pilz hat eine leichtes Spiel“, sagt der Fachmann.

 Förster Zimmermann vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen (NRW) hatte die Rußrindenkrankheit jetzt bei einer Routine-Kontrolle entdeckt. Bereits im vergangenen Jahr habe man das Langforter Wäldchen sperren müssen, weil es sehr stark frequentiert sei. Im Juni 2019 seien schon einmal 60 von der Rußrindenkrankheit befallene Ahornbäume   gefällt worden. „Dieses Jahr sind auch noch ein paar tote Kiefern und Fichten dabei.“

Das Problem: In diesem Jahr ist es schon seit März extrem trocken. Doch gerade im Frühjahr benötigen die Bäume viel Wasser, weil dann die Blätter austreiben. Fehlt in dieser Zeit der notwendige Regen, ließe sich ein Mangel  kaum noch ausgleichen. 2019 habe es zumindest im März und April noch durchwachsenes Wetter gegeben, auch wenn der Sommer dann insgesamt viel zu trocken gewesen sei.

Die Holzfäller sind am Donnerstag mit Sägen und schwerem Gerät angerückt. Die Stämme werden anschließend an der Straße Weißenstein aufgestapelt und später mit verschließbaren Lastwagen abgeholt. Wegen der gesundheitsgefährdenden Sporen  müsse das kranke Holz in einer Verbrennungsanlage vernichtet werden. Als Brennholz für den Kamin dürfe es keinesfalls eingesammelt werden, warnt Förster Zimmermann. Solange bis das Wäldchen wieder geöffnet werden kann, hängen an den Eingangsbereichen wie beispielsweise nahe der kleinen Brücke an der Straße Weißenstein zusätzlich zum Flatteband große Banner mit deutlichen Warnhinweisen.

Fast jeder Schädlingsbefall, der zurzeit an heimischen Bäumen beoabachtet werden könne, sei dem veränderten Klima zuzuschreiben, meint der Experte. Auch wenn die Wälder in Langenfeld recht gut in Schuss seien. So hätten die beiden heißen und trockenen Sommer 2018 und 2019 und der Borkenkäfer zwar den Fichten stark zugesetzt. Doch die machten in Langenfeld und Monheim nur knapp fünf Prozent des Bestandes aus. Problematisch sei die Trockenheit dennoch für die Eichen. 50 Prozent der Bäume in der Region entfielen auf diese Baumart. Man wisse seit vielen Jahren, dass sich das Klima ändere. Deshalb propagiere die Forstwirtschaft Bäume, die ein wärmeres Klima gewöhnt sind.  Im Galkhausener Wald habe man mit Roteichen auch in den trockenen Sommern gute Erfahrungen gemacht. Ein weiterer Vorteil: Sie verjüngen sich gut von alleine.

Da das Klima im Rheinland mild sei, profitiere man in Langenfeld von den gemäßigten Temperaturen und der Vegetationslänge. Das stelle der Forstwirtschaft für die Zukunft eine große Auswahl an Baumarten zur Verfügung, sagt Zimmermann.