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Langenfeld/Monheim: 34-Jährige leitet jetzt die Neanderland-Biennale

Langenfeld/Monheim : 34-Jährige leitet jetzt die Neanderland-Biennale

Katja Lillih Leinenweber setzte sich gegen 15 Mitbewerber durch und organisiert Theaterprojekte 2015 und 2017.

Jung, energisch, voller Tatendrang und Energie - und die braucht sie auch: Die 34-jährige Bochumerin Katja Lillih Leinenweber hat in den nächsten drei Jahren viel zu tun. In den zehn Städten des Kreises will sie 2015 und 2017 zwei Neanderland Biennalen mit mehr als zwei Dutzend Veranstaltungen auf Freilandbühnen und in Hallen organisieren und die Besucher mit neuen Theater-Stücken begeistern.

Vor knapp drei Wochen hat die studierte Germanistin ihren neuen Job als Künstlerische Leiterin der Biennale angefangen und sagt jetzt schon: "Die Zeit wird verdammt knapp." Zwar findet in diesem Jahr überhaupt keine Biennale statt, aber um alle Theatergruppen und Veranstaltungsorte unter einen Hut zu bekommen, ist viel Organisationstalent nötig. "Das bringt sie sicher mit, sonst hätten wir sie nicht unter 15 Mitbewerbern heraus gesucht", sagt Meike Utke, die bei Kreis die Biennale mitorganisiert und verantwortet. Der Kreis lässt sich den Spaß richtig was kosten. 160 000 Euro sind für die Biennale 2015 fällig, im Jahr 2017 soll der Etat sogar auf 320 000 Euro verdoppelt werden. Nun könnte man meinen, es gehe um nichts anderes, als in den zehn Städten etwa zwölf Theaterveranstaltungen zu organisieren. "Da kann man auch ins Internet schauen und sich die Gruppen aussuchen", sagt Meike Utke.

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Doch der Kreis braucht jemanden, der Erfahrung hat, ein Gefühl dafür entwickelt, was und wo passt. Gut gepasst hat es etwa beim Auftakt der Biennale im vergangenen Jahr in Mettmann, als eine Truppe schauspielernd durch die Kreisstadt zog und die Besucher am Straßenrand faszinierte.

Hervorragend angekommen ist auch die Lesung mit den Worten aus der Apokalypse, die in einem Haaner Park statt fand. Sowas ähnliches, vielleicht sogar noch Besseres hat Katja Lillih Leinenweber im nächsten Jahr vor. Noch lässt sie sich nicht in die Karten schauen, die Zuschauer wollen auch überrascht werden. Auf jeden Fall sollen die Theaterstücke nicht nur in bestehenden Häusern wie Stadthallen oder Schulaulen gezeigt werden. "Wir brauchen keine Trutzburgen der Hochkultur, das Theater soll zu den Menschen kommen", sagt Katja Lillih Leinenweber. Wenn sie das sagt, klingt das so, als meine sie das auch so.

Erfahrung bringt sie reichlich mit. Als Praktikantin hat sie in einem Dortmunder Theater angefangen, sich bis zur Regieassistentin hochgerarbeitet und später auch viele eigene Stücke inszeniert. Dabei hat die Erfahrung bei freien Häusern wie etwa dem Theater am Schlachthof in Neuss als auch an Städtischen Bühnen. "Da haben wir jemanden gefunden, der beide Seiten kennt, genau das brauchen wir", sagt Meike Utke. Mehr als drei Jahre lang arbeitete Katja Lillih Leinenweber mit Anselm Weber am Schauspielhaus Essen. Ihr Motto für die Neanderland-Biennale 2015 lautet "Aufbruch". In den nächsten Wochen wird sie viel unterwegs sein, mit Kultur-Verantwortlichen sprechen, Augen und Ohren offen halten, um Land und Leute kennenzulernen. "Ich freue mich schon auf das erste Treffen mit der Amateur-Theaterszene Ende des Monats."

(RP)