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Langenfeld/Monheim: 310 Ärzte wenden sich gegen CO-Pipeline

Langenfeld/Monheim : 310 Ärzte wenden sich gegen CO-Pipeline

Die Gegner der von Bayer geplanten Kohlenmonoxid-Leitung haben sich gestern mit weiteren Argumenten gegen die Inbetriebnahme der Pipeline an die Öffentlichkeit gewendet.

Zum einen gebe es bei einem Störfall nicht genügend Möglichkeiten der Versorgung. Zum anderen steige die Gefahr eine Störung — da auf Ratinger Gebiet Bergschächte und Stollen gefunden worden seien, deren Existenz allein den Betrieb einer nahen CO-Leitung verbiete. Fünf Jahre nach der Planfeststellung für die Röhre seien damit die "Hausaufgaben" von Bayer und Bezirksregierung noch immer nicht erledigt, meint Initiative "Stopp Bayer-CO-Pipeline".

Am 16. Dezember 2011 war Erich Hennen aus Duisburg aufmerksam geworden: In Breitscheid tat sich ein Loch auf, Fachleute sprechen von Tagebruch. "Das konnte sich angeblich niemand erklären", sagte Hennen gestern — und er bohrte nach. "Tatsächlich habe ich anhand alter Dokumente gefunden, dass es im gesamten Gebiet vor etwa 120 Jahren Erzbergbau gab."

Die nahe verlaufende CO-Pipeline "darf unter diesen Umständen schon rechtlich nicht in Betrieb gehen", so Dieter Donner, Sprecher der Initiative. Jetzt wolle man die Bezirksregierungen in Düsseldorf und Arnsberg mit den Funden konfrontieren, "und dann verlangen wir Aufklärung". Die Initiative geht seit dem Start des Pipeline-Baus davon aus, dass es zu einem Leck in der Leitung kommen wird — mit tödlichen Konsequenzen für die nahe Wohnenden. Der Bayer-Konzern hält mit Hinweisen auf sein Leck-Erkennungs- und Ortungssystem sowie ständige Kontrollen dagegen.

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Das überzeugt den Hildener Kinderarzt Dr. Gottfried Arnold nicht. Er hatte mit weiteren Kinderärzten aus der Region bereits im Vorjahr einen Brief an die Landesregierung verfasst, in dem er auf die nicht beherrschbaren Gefahren durch Kohlenmonoxid aufmerksam machte. Inzwischen haben 310 Ärzte aller Fachrichtungen den Brief unterschrieben. Darin enthalten ist eine Berechnung für den Hildener Süden: Sollte es zu einem Pipeline-Leck in der Nähe der Richrather Straße kommen, wären 790 Hildener schwer betroffen und 140 tot. "Für sie gäbe es keine Rettung", so Arnold

(RP/rl)