Langenfeld: 300.000 Euro für Milliarden Sterne

Langenfeld: 300.000 Euro für Milliarden Sterne

Zehn Jahre nach der Umrüstung auf digitale Projektoren hat das "Stellarium Erkrath" wieder neue Technik bekommen.

Die neuen Projektoren sind deutlich heller als die alten und die Grafikkarten erlauben eine um fünfzig Prozent höhere Auflösung. Damit hat sich der Verein "Sternwarte Neanderhöhe" (SNH) fit für die Zukunft gemacht, und das Stellarium Erkrath braucht sich nicht mehr hinter den Großstadt-Planetarien in Nordrhein-Westfalen zu verstecken.

Bisher wurde die zehn Meter breite Kuppel mit sechs HD-Projektoren mit 1080p bespielt, wie man sie auch vom heimischen Fernsehgerät kennt. Mit der neuen Technik braucht es nur noch fünf Projektoren, um ein 200-Grad-Rundum-Erlebnis zu erzeugen. Die LED-Geräte halten länger, sind leiser und werden weniger heiß als die früher üblichen Laser-Phosphor-Projektoren. Die Auflösung steigt von acht auf zwölf Millionen Pixel, und die maximale Helligkeit steigt auf bis zu 3900 Lumen.

Dazu wurden auch die Computer und die Software erneuert. Mit der Kontrollsoftware "Dark Matter" von der Firma Sky Skan steht ein digitales 3D-Modell des Universums zur Verfügung, das spektakuläre Flüge durch das Sonnensystem ermöglicht und auch ferne Galaxien, Sternbilder und Gasnebel detailliert darstellen kann.

Von den neuen Projektoren profitieren auch die Filme und Shows, die regelmäßig im Stellarium gezeigt werden. So erstrahlt die Wachsmalkreiden-Animation "Der Regenbogenfisch und seine Freunde" nun in leuchtend kräftigen Farben, und bei "Darwins Reise" wird der Zuschauer ganz in die detaillierte Rundum-Projektion (Fulldome) hineingesogen. Billig war der Spaß nicht: Insgesamt hat die neue Technik mit Projektoren, Hard- und Software und Glasfaserverbindungen rund 300.000 Euro gekostet. Davon musste der SNH zehn Prozent, also 30.000 Euro, selbst finanzieren, 65.000 Euro kamen vom Landschaftsverband Rheinland. Die restlichen 205.000 Euro hat der Kreis Mettmann beigesteuert.

  • Erkrath : 300.000 Euro für Milliarden Sterne

Dass es überhaupt so weit gekommen ist, ist der Erkrather Stadtspitze um Bürgermeister Christoph Schultz (CDU) und dem Ersten Beigeordneten Ulrich Schwab-Bachmann zu verdanken. Der Verein litt seit Jahren unter seiner schwierigen finanziellen Situation. Mitarbeiter sind bereits abgewandert, weil der Verein keine angemessenen Honorare mehr zahlen konnte. Vorsitzender Peter Richter stellte die Stadtverwaltung zur Rede: Wie soll es weitergehen? Sollen wir den Laden einfach dicht machen? Die Stadt wollte auf keinen Fall ihr regionales Aushängeschild verlieren.

Sie schloss mit dem SNH einen neuen Fünfjahres-Vertrag ab und verdoppelte die städtischen Zuschüsse. So bleibt das Planetarium auch weiterhin ein Anziehungspunkt für Schulklassen aus der ganzen Region, freuen sich die Betreiber.

Highlights des aktuellen Veranstaltungskalenders (Februar bis Mai) sind unter anderem die Traumreise "Zauber der Anderswelt" mit Harfenistin Christine Högl und der Gastvortrag "Gravitationswellenastronomie - Einsteins neuer Zugang zum Universum" mit Norbert Wax vom Max-Plack-Institut für Radioastronomie in Bonn.

(RP)