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Langenfeld: 23 Langenfelder teilen sich zwei Autos

Langenfeld : 23 Langenfelder teilen sich zwei Autos

Ende 2011 startete ein Carsharing-System. Vor der Stadt-Sparkasse stehen zwei Wagen für Gelegenheitsfahrer bereit.

Wer nur ab und zu mal ein Auto, beziehungsweise einen Zweitwagen benötigt, kann sich die Anschaffung sparen: Seit knapp zwei Jahren gibt es in Langenfeld für solche Gelegenheitsfahrer das so genannte Carsharing. Bei diesem vor allem in Großstädten weit verbreiteten System des Autoteilens können registrierte Teilnehmer gegen Zahlung einer Gebühr und eines Kostenbeitrags mit einer Berechtigungskarte eines von zwei Fahrzeugen nutzen. Sie haben die Wahl zwischen einem von den Stadtwerken bereitgestellten VW Touran und einem Fiat Punto. "Zurzeit haben wir 18 eigene Kunden und fünf weitere Nutzer, die Karten anderer Carsharing-Systeme verwenden", sagt Reinhard Weiß von den Stadtwerken. "Das ist zwar nicht üppig, aber wir sind zufrieden." Daher werde das Angebot aufrechterhalten.

Henk van Kaathoven (52) ist einer von denen, die mitmachen und sich eine Drive-Card (siehe Infobox) besorgt haben. "Ich hatte die beiden blauen Autos auf dem Sparkassen-Parkplatz und die sympathische Idee des Carsharings schon länger im Blick gehabt", sagt der vom Langenfelder Wochenmarkt bekannte Käse-Händler. Als die van Kaathovens im vergangenen Jahr vom Stadtrand nach Langfort umzogen, schafften sie kurzerhand ihren Zweitwagen ab. "Mit unserem seither einzigen Auto können wir viel erledigen. Und wenn wir alle paar Wochen für eine Erledigung in Düsseldorf oder Krefeld dann doch mal zusätzlich einen Wagen benötigen, bin ich mit dem Fahrrad schnell bei den Carsharing-Autos."

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Das System sei "total einfach" und er habe bislang bei Bedarf immer einen Wagen bekommen, versichert van Kaathoven. "Ich nutze dazu das Internet." Dort sind die verfügbaren Zeiträume der beiden mit Erdgas betriebenen Stadtwerke-Autos ersichtlich und buchbar. Gleiches gilt für Fahrzeuge in anderen Städten, die an das Drive-Card-System angeschlossen sind. "Ich halte meine Karte dann an die Windschutzscheibe — und das Türschloss wird entriegelt." Der Schlüssel liegt im Auto, dessen Nutzung aber erst per freigeschalteter Drive-Card möglich ist.

Wie Reinhard Weiß auf Anfrage der RP sagte, haben Langenfelder Carsharing-Teilnehmer die beiden Autos in diesem Jahr bisher 770 Stunden lang gebucht und dabei 6600 Kilometer zurückgelegt. "Die längste Strecke war 250 Kilometer." Im gesamten Jahr 2012 seien Kunden mit den Wagen 1050 Stunden und 9400 Kilometer gefahren. "Was sich gravierend geändert hat, ist die Zahl der gebuchten Fahrten: 2012 waren es insgesamt 106, in diesem Jahr sind es schon 135. Die Wagen werden also intensiver genutzt, womöglich für Besorgungen oder Erledigungen in kürzerer Entfernung."

Weiß räumt ein, dass in Anbetracht der genannten Zahlen noch reichlich Luft nach oben ist. "Die Nutzung bei uns lässt sich aber nicht mit der in den Großstädten vergleichen, in denen Autohersteller das Carsharing mit vielen Mercedes-, BMW-, Mini- oder Smart-Fahrzeugen und Apps zur Standortsuche ganz anders voranbringen." Immerhin startete die Firma Drive Now kürzlich in Hilden ein zunächst auf ein Jahr befristetes Pilotprojekt dieser Art.

Das vor zwei Jahren in Langenfeld von Bauunternehmer Guido Boes angestoßene und im Zuge des städtischen Klimaschutz-Konzepts umgesetzte System mit festem Abhol- und Bring-Standort auf dem Sparkassen-Parkplatz sei immerhin ein Angebot der Stadtwerke, "das wir ohne weitere Investition so aufrechterhalten können". Auch Mitarbeiter der Stadtwerke nutzten fallweise zu dienstlichen Zwecken die Carsharing-Autos. Immerhin berichtete Weiß von Überlegungen, womöglich einen Stellplatz für ein weiteres Carsharing-Auto zum Beispiel in der Nähe des S-Bahnhofs oder in Reusrath zu schaffen. "Aber das ist noch nicht konkret."

(RP)