Langenfeld: 15.000 feiern Samba, Sonne und Südsee

Langenfeld : 15.000 feiern Samba, Sonne und Südsee

Sechs Bühnen, Musik, Shopping, Cocktails, Tanz und Feuerwerk – Langenfeld ließ es ordentlich krachen bei der 7. Auflage der Karibik-Nacht. Die Innenstadt war voll, die Polizei hatte wenig zu tun.

Sechs Bühnen, Musik, Shopping, Cocktails, Tanz und Feuerwerk — Langenfeld ließ es ordentlich krachen bei der 7. Auflage der Karibik-Nacht. Die Innenstadt war voll, die Polizei hatte wenig zu tun.

Wenn die braunen Schönheiten der Tanzgruppe "Black Diamonds" auf die Bühne vor dem Markt-Karree kommen, geraten nicht nur Männer ins Schwärmen. Die kunterbunten und auffallend knappen Kostüme der südamerikanischen Damen sind zweifellos ein besonderer Hingucker. Im Publikum werden postwendend Handys und Kameras gezückt, um den gekonnten Hüftschwung der Paradiesvögel zu dokumentieren. Feurige Rhythmen und die Ausstrahlung der Tänzerinnen lassen den Funken schnell überspringen. Vor der Bühne wird getanzt und gefeiert.

Rund 15.000 Besucher genossen am Samstagabend die Leichtigkeit des Seins in der Innenstadt. Die 7. Auflage der Karibik-Nacht, die geografisch nicht ganz korrekt auch Südamerika einbezieht, hatte den passenden meteorologischen Rahmen. "Endlich Sommer", schien der zentrale Gedanke bei den Feiernden zu sein. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung zwischen Solinger- und Hauptstraße.

"Die Karibik-Nacht hat sich mittlerweile zu einem der wichtigsten Feste im Jahreskalender entwickelt", sagt City-Manager Jan-Christoph Zimmermann. "In diesem Jahr gibt es zwei Bühnen mehr, um die Hauptstraße stärker einzubinden und auch sonst haben wir noch einmal eine Schippe draufgelegt." Gemeint ist damit unter anderem die Bühne auf dem Vorplatz der Stadthalle, wo ein DJ entspannte House-Musik auflegt. Vor der Bühne wird getanzt und geflirtet. "Das ist die vielleicht größte Freiluft-Disco in der Region", meint Alessandra Becker und nippt an ihrem Mojito. "Die Cocktails sind lecker und die Leute sind gut drauf. Da gibt es nichts zu meckern." Auch ihre Mutter Ina ist angetan von dem bunten Treiben im Scheinwerferlicht: "Die Musik ist super. Das ist mal etwas anderes und macht richtig Spaß." Auch an der Metzmacher Straße gibt es Live-Musik. Außerdem sind auf dem Marktplatz, am Markt-Karree, vor der Stadtgalerie und an der Solinger Straße Bühnen aufgebaut.

Für Letztere ist Sven Lucht, Inhaber des Bioladens "Rheinkiesel" zuständig. Vor seinem Geschäft gibt es frittierte Bananen und vegane Kost mit Mango-Soße. "Die Karibik-Nacht wird von Jahr zu Jahr größer", freut sich der 38-Jährige. "Es ist rappelvoll in der City und das ist auch gut für die Händler." Zwar lohne es sich vom Umsatz her nicht unbedingt, die Geschäfte abends zu öffnen, aber die Werbewirkung sei nicht zu unterschätzen.

"Natürlich sind die Leute zum Feiern und nicht zum Shoppen hier", sagt der Sprecher der IG Solinger Straße, "aber insgesamt gibt es wohl kaum eine bessere Gelegenheit, um sich und sein Angebot zu präsentieren." Karsten Mazanneck, Manager des Markt-Karrees sieht es ähnlich: "Wir haben eine extrem hohe Kundenfrequenz, und viele Leute sind auch mit Einkaufstüten unterwegs. Das lohnt sich auf jeden Fall."

Das sieht offensichtlich nicht jeder Einzelhändler so. Vor allem entlang der Hauptstraße bleiben viele Geschäfte dunkel. Der Stimmung schadet das allerdings nicht. An manchen Stellen ist das Gedränge so dicht, dass es weder vor noch zurück geht. Erstmals dabei sind zwei Stände, an dem "Langenfelder Alt" verkauft wird. Gebraut wird der Gerstensaft seit 2011 nach eigenem Rezept in einer kleinen Brauerei. "Wir haben 1000 Liter mit, und die gehen sicherlich auch weg", schätzt Andreas Schütz, der die Marke in der Tradition alter Hausbrauereien sieht. "Inzwischen hat das Bier schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht." Um 21.45 Uhr brandet kollektiver Jubel durch die City. Es ist der Start des Feuerwerks. "Ein rundum schöner Abend", meint ein 33-Jähriger Besucher, bevor er sich ins Getümmel stürzt. Anschließend wird in der Stadthalle weiter gefeiert — bis in die frühen Morgenstunden.

(RP)
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