Hückelhoven: Zukunft braucht Herkunft

Hückelhoven: Zukunft braucht Herkunft

Schacht 3 ist in die Stiftung Kulturdenkmalpflege übergegangen. Damit ist der Fortbestand der Anlage gesichert. Gestern überreichte der Förderverein Minister Lutz Lienenkämper für dessen Untersützung einen Ehrenpreis.

13 Jahre sind nach der Schließung der Zeche Sophia-Jacoba ins Land gegangen, ebenso lange arbeiten die Männer und Frauen des Fördervereins Schacht 3 am Erhalt dieser Anlage und bauten den Barbarastollen. Über 200 000 Euro brachten sie dafür auf — ohne auf öffentliche Mittel angewiesen zu sein. In über 230 000 Stunden steckten sie Schweiß und Herzblut in diese Arbeit. Vor gut zwei Wochen gab es den verdienten Lohn: Durch den Übergang in die Stiftung Kulturdenkmalpflege ist der Erhalt von Schacht 3 jetzt gesichert.

"Gläserner Schacht"

Gestern dankte der Förderverein dem Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung und NRW-Minister für Städtebau und Verkehr, Lutz Lienenkämper, für dessen Engagement und Unterstützung bei den Bemühungen um die Aufnahme in die Stiftung: Sie überreichten ihm den Ehrenpreis "Gläserner Schacht". Unter dem Vorsitz Lienenkämpers, der die Nachfolge von Oliver Wittke angetreten hatte, waren die Verhandlungen zwischen Stiftung und EBV wieder aufgenommen und erfolgreich beendet worden.

  • Hückelhoven : Hemdsärmelige Zusammenarbeit

Vor den Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie ehemaligen Zechenmitarbeitern und Vertretern des Eschweiler Bergwerksvereins (EBV) als Nachfolgeorganisation von Sophia-Jacoba blickte Fördervereinsvorsitzender Franz-Josef Sonnen auf die Arbeit der bis zu 60-köpfigen Truppe zurück. Schacht 1/3 war seinen Worten nach die älteste Anlage der Zeche, eine Nebenanlage durch die Altmaterial transportiert wurde. Als der Förderverein sich an die Arbeit machte, "war hier seit Jahren kein Pinselstrich mehr getan worden", sagte Sonnen. In 13 Jahren wandelten die Männer und Frauen die Anlage in ein Museum um, schleppten 100 Tonnen Stahl, um damit den Barbarstollen zu bauen. Heute besuchen mehr als 10 000 Gäste im Jahr dieses offene Denkmal, das an eine für Hückelhoven wichtige Zeit erinnert.

Bürgermeister Bernd Jansen dankte dem Förderverein und der Stiftung, dass der Schacht künftig die junge Generation an die 90-jährige Geschichte des Steinkohlebergbaus erinnert, die Hückelhoven groß gemacht habe. Und nicht ohne Stolz fügte er mit Blick auf die Stadt hinzu: "Wer hätte 1997 gedacht, dass wir heute selbstbewusst auftreten können."

"Stellvertretend für die lange Liste derer, die mitgeholfen haben", nahm Lienenkämper den "Gläsernen Schacht" entgegen. Es sei nicht einfach gewesen, die ganze Angelegenheit finanziell zu schultern. Sein Dank galt deshalb auch dem EBV, der neben der ersparten Abbruchkosten weiteres Geld zur Verfügung gestellt habe. Mit dem Satz "Zukunft braucht Herkunft" unterstrich der die Bedeutung des Denkmals für Hückelhoven.

(RP)