Wegberg: Zeitreise zur alten Müllerei

Wegberg: Zeitreise zur alten Müllerei

Die Schrofmühle in Rickelrath ist die einzige funktionstüchtige Getreide- und Ölmühle im Rheinland. Am 3. Mai wird darin ein Mühlenmuseum eröffnet. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers kommt am Pfingstmontag (1. Juni) zur Eröffnung des Deutschen Mühlentages.

Die Schrofmühle an der L 3 am Ortseingang von Rickelrath zählt zu den besterhaltenen Wassermühlen im Rheinland. Sie besitzt ein Getreidemahlwerk mit zwei funktionstüchtigen Mahlgängen und einem Sackaufzug sowie eine vollständig eingerichtete Ölmühle mit Kollergang, Leinölofen, Rührwerk und Ölpresse. Sie ist die einzige funktionstüchtige Getreide- und Ölmühle im Rheinland.

450-jährige Geschichte

Die Schrofmühle blickt auf eine 450-jährige Geschichte zurück. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde sie 1558 im Rahmen eines Streits zwischen Müllern und Bauern. Wegen zu hoch angestauten Wassers machte die Gemeinde Beeck Flurschäden geltend. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Mühle ausschließlich als Ölmühle genutzt.

Im Jahr 1771 wurde eine Mahlvorrichtung für Getreide eingebaut. Das wurde wirtschaftlich notwendig, weil die Baumwollimporte den Flachsanbau in der Region um Wegberg immer stärker zurückdrängten. Ölpresse und Getreidemühle wurden bis ins 19. Jahrhundert nebeneinander betrieben. Die Kornmühle war bis 1951 in Betrieb.

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In den 70er Jahren begann Familie Schmitz, in deren Besitz die Mühle seit 250 Jahren ist, die Mühle und das dazugehörige Gelände zu renovieren. So mussten beispielsweise das Wasserrad zweimal ausgetauscht und die Ölpresse instand gesetzt werden. "Das waren die schwierigsten Arbeiten, denn heutzutage gehört der Mühlenbau nicht mehr zu den bekannten Handwerksberufen", sagt Theo Schmitz. "Deshalb arbeiten wir eng mit Handwerkern in den Niederlanden zusammen." Denn dort seien die Fertigkeiten des Mühlenbaus noch bekannt. "Unser erklärtes Ziel war es, die Technik der Mühle vollständig wieder herzustellen", erläutert Theo Schmitz die Motivation hinter dem arbeits- und zeitintensiven Projekt der Mühlenrestaurierung. So könne die Müllerarbeit, die Schmitz' Großvater noch ausübte, auch in den heutigen Generationen präsentiert werden. Bislang geschah dies durch Führungen nach Vereinbarung, die besonders bei Schulklassen beliebt sind.

Museum öffnet am 3. Mai

Am 3. Mai öffnet das neue Mühlenmuseum in der Schrofmühle. Dargestellt werden 20 Wegberger Mühlen. Dazu erfüllt die Schrofmühle ideale Voraussetzungen, da sie sowohl eine funktionierende Öl- als auch Kornmühle besitzt und die Müllerräume seit der Schließung 1951 leerstanden. Das Mühlenmuseum ist ein gemeinschaftliches Projekt mit dem Historischen Verein Wegberg und der Familie Schmitz, die damit für ihre Arbeit an der Erhaltung der Mühle belohnt wird.

(RP)
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