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Worte zur Woche: Myhl, Wegberg und Jörg Nießen

Worte zur Woche : Verhalten muss zum Nachdenken anregen

In vielerlei Hinsicht lässt sich über das menschliche Verhalten kritisch nachdenken.

Der Vorstand des SC Myhl hat schnell und konsequent gehandelt. Sieben Spieler wurden aus dem Fußballverein ausgeschlossen, nachdem sie auf einem inoffiziellen, aber kurze Zeit im Internet gezeigten Mannschaftsfoto eines Sponsors mit Hitlergruß zu sehen waren. Nun klärt der Staatsschutz, ob es sich um eine fragwürdige Satire handelt oder um eine strafbare Handlung. Der Sponsor hat sich inzwischen für die „satirisch gemeinte“ Aktion öffentlich entschuldigt. Indem der Verein umgehend, unmissverständlich und getreu seinem Prinzip, dem Rassismus keine Chance zu geben, gehandelt hat, ist ein über die Stadtgrenzen hinausgehend wichtiges Zeichen in Zeiten gesetzt worden, da der Hitlergruß andernorts wieder auf die Straßen getragen wird. Allein schon solche Bilder vor Augen, meine ich, müsste jedem klar sein, wofür er steht und dass er, vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte, niemals wieder, auch nicht für den dümmsten Spaß, gezeigt werden darf.

Ein anderes gesellschaftliches Phänomen, das zum kritischen Nachdenken auffordert, spricht der Erkelenzer Erfolgsautor Jörg Nießen an, dessen fünftes Buch „Rettungsgasse ist kein Straßenname“ am Freitag erschienen ist. Von Beruf ist er Rettungssanitäter und Feuerwehrmann und stellt im Interview mit unserer Redaktion fest, dass sie früher die Guten gewesen seien: „Zu denen war man immer nett.“ Heute müssten sie sich hier und da beschimpfen lassen: „Auch körperliche Übergriffe sind nicht ganz ausgeschlossen.“ Ein solcher Umgang mit Menschen, die helfen wollen, geht gar nicht. Hier sollte sich jeder aufgefordert fühlen, Haltung zu zeigen, wenn er solches Verhalten erlebt.

Verhalten positiv zu beeinflussen, ist eines von vielen Zielen, welche die Stadt Wegberg mit einem Antrag an das Bundesinnenministerium verfolgt. Gehofft wird auf Fördergeld, um in das Hallenbad, die Turnhalle Beeck, in einen Kunstrasenplatz und ein Kleinspielfeld sowie eine beleuchtete Jogging- und Skaterrunde entlang des Beeckbachs investieren zu können. Es geht um Projekte, die sich Wegberg aufgrund der Kassenlage sonst nicht leisten könnte, die zur Umfeldverbesserung beitragen und zum Beispiel in Vandalismus fehlgeleitete Energie umleiten sollen.

andreas.speen@

rheinische-post.de