Worte zur Woche: Klimawandel und die neue Dringlichkeit

Worte zur Woche : Der Klimawandel und die neue Dringlichkeit

Beeindruckende Ergebnisse präsentierten die Schüler der Franziskusschule in Erkelenz und Houverath am Ende der Projektwoche mit dem Titel „Unsere Erde“.

Die Franziskus-Schüler setzten sich intensiv mit der Frage auseinander, wie es um unsere Erde bestellt ist. Schulleiterin Hedwig Michalski und ihr Kollegium wählten dieses Thema ganz bewusst aus. Es ist angelehnt an die Fridays-for-Future-Aktionen, die nachdrücklich und weltweit auf den Klimawandel und die Folgen aufmerksam machen. Seit Monaten boykottieren Tausende Schüler freitags den Unterricht, um für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen.

Damit hat die junge Generation vorgelegt – und bei der Europawahl legten viele Wähler nach. Es war ein Wahlabend der Superlative, auch im Kreis Heinsberg. CDU und SPD mussten Minusrekorde verzeichnen, die Grünen schafften das beste Wahlergebnis der Geschichte. Diese Entwicklungen sind erklärbar. Die Grünen profitierten vor allem davon, dass „ihr“ Thema Umwelt- und Klimaschutz im Wahlkampf und bei der Wahlentscheidung die größte Rolle spielte. Für fast die Hälfte aller Wahlberechtigten war dieses Thema wahlentscheidend. Die Grünen wurden deutlich stärker als beispielsweise die SPD als eine Partei wahrgenommen, die die besten Antworten auf die Fragen der Zukunft hat. Außerdem war die Ökopartei bei dieser Europawahl bei jungen Menschen ganz klar stärkste Kraft.

Regionalität, Nachhaltigkeit und Verantwortung für Natur und Umwelt werden von den Menschen immer stärker gewünscht und erwartet. Der Kampf gegen die Erd­erhitzung bekommt eine neue Dringlichkeit. Das hat nicht nur politische Auswirkungen, sondern ist auch für die heimische Wirtschaft von zunehmender Bedeutung. Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser überzeugte sich diese Woche von den Vorzügen der Rheinischen Ackerbohne. Die Ackerbohne ist ein heimisches Produkt, das gentechnikfrei ist, als glutenfreier Eiweißlieferant für die Ernährung dient und das klimaneutral und düngemittelfrei auf den Feldern im Erkelenzer Land produziert werden kann. Die traditionsreiche Hülsenfrucht, die dank ihrer Vorzüge nun wieder verstärkt in den Blickpunkt der Lebensmittelbranche rückt, war vor 100 Jahren eines der Grundnahrungsmittel. Manchmal kann bei der Gestaltung der Zukunft auch ein Blick in die Vergangenheit helfen.

michael.heckers
@rheinische-post.de

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