Worte zur Woche: Behindert ist man nicht, behindert wird man

Worte zur Woche : Behindert ist man nicht, behindert wird man

Über Barrierefreiheit wurde in dieser Woche in Erkelenz, Hückelhoven und Wegberg diskutiert. Bei diesem Thema bleibt noch viel zu tun.

Die für Hückelhoven neu geschaffene Möglichkeit, ein Blindenmobil für wichtige Termine, bei denen auch Begleitung hilfreich ist, ordern zu können, fand Izedin Kamberi toll. Der Hückelhovener hat nur noch fünf Prozent Sehfähigkeit. Bei der Vorstellung des Projekts im Hückelhovener Rathaus machte der schwer Sehbehinderte gleichzeitig einen Schwachpunkt im öffentlichen Nahverkehr deutlich: Es gebe zu viele Busse, in denen die Lautsprecherdurchsagen nicht funktionieren. Ein Problem, das einfach zu beheben sein sollte. Hier müssen die Verkehrsunternehmen nachbessern.

In Erkelenz sieht der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte Andreas Ullmann Planungsmängel im Neubaugebiet Oerather Mühlenfeld. Fehlende Bordsteinabsenkungen für Rollstuhlfahrer und Fußgänger mit Behinderung könnten ein Problem werden. Fehlende Buswartehäuschen sind in der heutigen Zeit, wo mehr ÖPNV und Klimaschutz gefordert sind, nicht mehr zu erklären. Deshalb ist es richtig, dass der Bezirksausschuss Erkelenz-Mitte die Stadt dazu aufgefordert hat, die vorliegenden Pläne zu überarbeiten.

In Wegberg rücken die Teilnehmer des städtisch organisierten Runden Tisches die Belange von älteren Menschen und damit auch das Thema Barrierefreiheit regelmäßig in den Blickpunkt. Erster Ansprechpartner ist Quartiersmanager Lothar Esser, der sein Büro an der Bahnhofstraße hat. Zu hohe Bordsteine, blockierte Wege, Wasserrinnen, Kopfsteinpflaster – Lothar Esser kennt viele Hindernisse für Menschen im Alter oder mit Behinderung. Der Quartiersmanager ist aber für jeden weiteren Hinweis dankbar. Häufig kann schon mit wenig Aufwand viel erreicht werden, um Barrieren abzubauen. Man muss nur einen Blick dafür haben und ein Bewusstsein schaffen. Denn behindert ist man nicht, behindert wird man.