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Wirtschaft laut IHK-Umfage auch im Erelenzer Land pessimistisch

Auch im Erkelenzer Land : IHK-Umfrage: Corona trifft Wirtschaft hart

Eine aktuelle Umfrage bestätigt, dass Gastgewerbe und Industrie besonders leiden müssen. Dem kann der Erkelenzer Wolfgang Wahl als Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenberbandes für den Kreis Heinsberg nur beipflichten.

Dass die Corona-Pandemie tiefgreifende Folgen für die Wirtschaft hat, ist in vielen Bereichen zu beobachten. Wie tief, das wollte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen wissen, die auch für die Betriebe im Erkelenzer Land zuständig ist. Eine Konjunkturumfrage unter mehr als 420 Unternehmen förderte zutage, dass die Lagebeurteilung der Unternehmer auf den tiefsten Wert seit Beginn der digitalen Auswertung vor mehr als 30 Jahren rutschte.

Drei von vier Befragten rechnen mit deutlichen Verlusten im Laufe des Jahres. „Die Betriebe erwarten im Durchschnitt einen Umsatzrückgang von rund 20 Prozent“, sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. „Annähernd jedem fünften Unternehmen droht bei dieser Entwicklung die Insolvenz. Das sind alarmierende Werte.“

Erstaunlich ist, dass die Umfrage ergab, dass im Kreis Heinsberg, wo der corona-bedingte Lockdown schon zwei Wochen früher einsetzte als im Rest der Republik, die Lage noch verhältnismäßig gut eingeschätzt wird. Sind im ganzen IHK-Bezirk Aachen nur 22 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrer Lage, so sind es im Kreis Heinsberg immerhin gut 30 Prozent, die gute Geschäfte melden. Positiv ist die Lage vor allem im Großhandel und im Baugewerbe. Bei den Perspektiven herrscht hierzulande allerdings eher Pessimismus, nur 11 Prozent prognostizieren gute Geschäfte, 47 Prozent rechnen eher mit einer rückläufigen Entwicklung. So kann es nicht wundern, dass kein Sektor optimistisch in die Zukunft schaut.

Insgesamt gesehen hat sich wegen des massiven Konjunktureinbruchs die Ertragslage der Unternehmen drastisch verschlechtert. Sie befindet sich annähernd auf dem Niveau nach der globalen Finanzkrise 2008. Darunter leiden laut der Umfrage das Gastgewerbe und die Industrie am meisten. Das kann der Erkelenzer Wolfgang Wahl, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) für den Kreis Heinsberg, nur bestätigen. Auch wenn Restaurants und Hotels inzwischen wieder unter strengen Vorschriften geöffnet haben dürfen, sieht er noch kein Licht am Ende des Tunnels.

„Ich habe von genug Kollegen gehört, die geöffnet haben, dann aber errechnet haben, dass sie mehr ausgeben als einnehmen“, sagt Wahl, der selbst das Hotel „Am Weiher“ in Erkelenz betreibt. Er sieht den Kreis Heinsberg durch seine Rolle als einstiger Corona-Hotspot besonders gebeutelt. Das sei ein Grund gewesen, wieso die so wichtigen Geschäftskunden nicht mehr in die Hotels der Gegend abstiegen und sich auch immer noch schwer tun. „Es herrscht immer noch eine große Unsicherheit“, sagt Wahlen.

Insgesamt zieht sich Pessimismus durch alle Branchen, bei der IHK-Umfrage rechnet jeder Zweite mit einer Verschlechterung der Lage. Als größte Risiken für die Konjunktur sehen die Unternehmer den Rückgang der Inlands- und der Auslandsnachfrage sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Folge der Corona-Pandemie. Entsprechend zurückhaltend zeigen sich die Befragten bei den Investitions- und Beschäftigungsplanungen.