Wildpark Gangelt: Natur mit allen Sinnen erleben

Wildpark Gangelt : Natur mit allen Sinnen erleben

Der Naturpädagoge Willi Krings gewährt Kindern Einblick in die Tierwelt. Im 50 Hektar großen Wildpark Gangelt erzählt er viel Wissenswertes – nicht nur über gefiederte Tiere. Zu sehen sind dort auch Bären und Luchse.

Das Bedürfnis des Menschen, seine Umwelt intensiv mit den eigenen Sinnen wahrzunehmen, ist ganz natürlich. So waren die zehn jungen Besucher aus dem Kindergarten Waldfeucht-Haaaren beim Anblick des süßen Waldkauzes „Fine“ auf dem Arm des Naturpädagogen Willi Krings auch direkt versucht, das Tier zu streicheln.

Ein Wildtier dürfe man nicht anpacken, klärte sie Willi Krings allerdings auf – aus der Nähe ansehen und beobachten war aber kein Problem. Der zahme Vogel zeigte keinerlei Scheu und begleitete die Gruppe, zu der auch die Erzieherinnen Annette Tellers und Carina Welter gehörten, ruhig auf ihrem Platz sitzend. Streicheln ist im Wildpark dagegen im Streichelzoo erlaubt. Und die zehn Vier- und Fünfjährigen setzten an diesem Vormittag auch Nase, Augen und Ohren ein, um Tiere und Pflanzen intensiv wahrzunehmen.

Der Kindergarten kommt bereits seit einigen Jahren mit den Forscherkindern, die ein Jahr jünger als die Vorschulkinder sind, in den Park, erzählten die Begleiterinnen. Hatten sie früher Projekte dazu gestaltet, erhalten sie jetzt die vielen Informationen zur Natur beim Rundgang direkt von Krings, der anerkannter Naturpädagoge und bundesweit staatlich anerkannter Lehrgangsleiter in verschiedenen Seminar- und Ausbildungsbereichen ist. Im Wildpark betreibt er die Naturpädagogische Bildungseinrichtung „Haus Wildblick“ mit Restaurant. Sie steht ganz unter dem Motto „Sehen, Riechen, Fühlen, Hören, Schmecken, sich selbst und seine Umwelt wahrnehmen lernen“. Als nachhaltige Einrichtung verwendet sie moderne Pädagogikmethoden, um Kindergartenkinder und Schüler aktiv in den Lernprozess einzubeziehen und so durch eindrückliche Erlebnisse nachhaltig Wissen zu vermitteln.

Direkt zu Beginn der kleinen Wanderung galt es für die jungen Naturfreunde, an der Vogeluhr mit der Abbildung heimischer Arten den Vogel, der immer seinen Namen ruft, nachzuahmen: „Kuckuck, Kuckuck!“ schallte es daraufhin durch den Wald. In der nahe gelegenen Falknerei bestaunten die Kinder einheimische und europäische Vögel, die in Volieren und vor überdachten Häuschen saßen. Die Uhus, die größten Eulen in den hiesigen Wäldern, schreien ebenso ihren Namen heraus, erfuhr die Gruppe – die Schnee-Eule präsentierte sich dabei im weißen Gefieder.

Einige Meter entfernt vor dem Steinadler stehend breiteten ein paar Kinder ihre Arme aus, um das Gleiten durch die Lüfte nachzuempfinden. Um die enorme Spannweite des Schreiseeadlers zu zeigen, waren beide Armpaare der Erzieherinnen notwendig. Derweil sprangen die benachbarten Jungtiere der Steinböcke behände auf großen Steinblöcken herum: Sie trainierten ihre Beine. Die ausgewachsenen Tiere besitzen lange Hörner, um sich zu verteidigen. Nach Besuch bei der Bärenfamilie, dem Rotwild als größtes europäisches Wild und den Baummardern statteten die Besucher den Luchsen einen Besuch ab. Die größten europäischen Wildkatzen ließen sich nicht sehen und lagen vermutlich in ihrer Höhle, die mit dem Wohnzimmer der Menschen zu vergleichen ist, wie der Naturpädagoge sagte.

Aufmerksam lauschten die Kleinen den Ausführungen. Dabei war Emma einen Tag vorher schon einmal hier gewesen und Leo erzählte, in freier Natur schon einen Bussard auf einem Schild sitzend gesehen zu haben. Philipp fand die Wölfe und Adler, die er bisher nur im Fernsehen gesehen hatte, am spannendsten. Und Paul hatte es das Rotwild angetan – sonst sehe man die Tiere im Zoo nur aus weiter Entfernung. Den Geruch von Wildschweinen und Füchsen nahmen alle an diesem Tag zusätzlich wahr. Und während der ganzen Zeit waren immer wieder unterschiedliche tierische Rufe im Park zu hören.

Projekte von bis zu einer Woche, die mit einer Schau im Ausstellungsraum beendet werden können, führe er mit Kindern und weiteren Interessierten durch, betonte Willi Krings.

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