Wegberg: Wetterfrosch in Wegberg

Wegberg: Wetterfrosch in Wegberg

Jörg Kachelmann kam zur Einweihung der Wetterstation Wegberg nach Uevekoven. Von Bauernregeln hält der Wetterexperte nicht viel. Er vertraut lieber den Daten seiner rund 450 Stationen in Deutschland.

Alle reden vom Wetter – aber kaum einer unternimmt etwas dagegen. Er schon. Und so stand er nun vor ihnen, der Schweizer im Norweger-Pulli. Wetterexperte Jörg Kachelmann (49) hatte die Einweihung der Wetterstation Wegberg zur Chefsache erklärt und kam gestern persönlich nach Uevekoven, wo er die 449. Station von Meteomedia in Deutschland in Betrieb nahm. Empfangen wurde der wortgewandte Wetterexperte im Wasserwerk von hochrangigen Vertretern des Erkelenzer Landes, darunter neben den Bürgermeistern Hedwig Klein (Wegberg), Peter Jansen (Erkelenz) und Bernd Jansen (Hückelhoven) der ehemalige Landrat Karl Gruber und Kreissparkassen-Vorstand Lothar Salentin.

„Standort ideal“

„Wer lokal vorhersagen will, muss auch lokal messen“, sagte Kachelmann zur Begrüßung. Der Standort sei einem meteorologischen Dilemma entsprungen: Weil sich zwischen den Messpunkten Selfkant und Grevenbroich „zu viel Land ohne Wetterstation“ befände. Darum sei Wegberg ideal. „Schon zu Zeiten, als es den Fliegerhorst Wildenrath noch gab, hat uns Wegberg interessiert“, sagte Kachelmann. Um dann schmunzelnd hinzuzufügen: „Aus meteorologischer Sicht ist die Abrüstung zu bedauern.“

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Bürgermeisterin Hedwig Klein hatte Kachelmann bei einer Veranstaltung der Kreissparkasse in der Erkelenzer Stadthalle kennen gelernt. „Damals entstand die Idee, eine Wetterstation in Wegberg einzurichten“, sagte Klein gestern. Die Gespräche mit Michael Leonards, Geschäftsführer des Kreiswasserwerks, seien konstruktiv verlaufen, von da an sei alles Schlag auf Schlag gegangen. „Heute weiß ich dank Wetterstation, ob es morgen vor dem Wegberger Rathaus regnet.“ Leonards wies auf den hohen Nutzen der Wetterstation für die Region hin: Sie ermögliche genaue Tagesprognosen, was für Landwirte ein Vorteil sei. Anhand der Daten könne der Einsatz von Düngemitteln genau berechnet werden. Das komme der Wasserqualität zugute.

Auf der benachbarten Wiese erläuterte Kachelmann die Funktionsweise der Wetterstation. Schüler aus dem Leistungskurs Erdkunde des Kolbe-Gymnasiums und Lehrerin Erika Simon nutzten die Gelegenheit, um sich beim Experten Informationen aus erster Hand einzuholen. Dabei stellte Kachelmann klar, dass er von Bauernregeln nicht viel hält und der Mond keinen Einfluss aufs Wetter habe: „Wenn über Wegberg Vollmond ist, dann ist auch über Erkelenz Vollmond. Und in Afrika und Asien. Ihr wollt mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass sich bei Vollmond das Wetter auf der ganzen Welt ändert?“

(RP)
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