Wegberg: Wer rettet den Raky-Weiher ?

Wegberg: Wer rettet den Raky-Weiher ?

Die Weiher am Raky-Schlösschen zwischen Arsbeck und Dalheim verlanden immer mehr. Wenn nichts geschieht, trocknen sie völlig aus. Naturliebhaber Hugo Busch fordert die Stadt Wegberg zum Handeln auf.

Jede freie Minute verbringt Hugo Busch an den Teichen zwischen der Motte Alde Berg und dem Raky-Schlösschen. Die Postkartenidylle zwischen Arsbeck und Dalheim zählt für den passionierten Angler zu den schönsten Fleckchen Natur weit und breit. Doch Busch sorgt sich um die Zukunft des kleinen Naturparadieses. "Die Teiche versanden zusehends", sagt der frühere Gewässerwart des Angelvereins Arsbeck. Er fragt: "Was muss geschehen, damit Spaziergängern und Naturfreunden diese Oase erhalten bleibt?"

Verlandung schreitet voran

Der Arsbecker fürchtet, dass die Teiche bald völlig ausgetrocknet sind. Verantwortlich dafür ist seiner Meinung nach die Stadt Wegberg. Die Zusage, Reparaturen des Ablaufmönches und der Ablaufrinnen vorzunehmen, sei nicht eingehalten worden, die versprochene Entnahme des Sediments des Helpensteiner Baches am Einlauf in den Teich bis heute nicht erfolgt, sagt Busch. Immer wieder habe er die Stadt auf große Störungen der Kanalisation mit starken Wasserverschmutzungen an den Arsbeck-Dalheimer Trinkwasserbrunnen informiert. Dagegen getan habe die Stadt nichts.

Im Gegenteil: Mehrfach sei im Laufe der Jahre der Wasserspiegel des Raky-Weihers abgesenkt worden, wodurch große Teile des Gewässers trockengelegt worden seien. Der Tierwelt mit Fischen, Amphibien und Wasservögeln sei der Lebensraum genommen worden, meint Busch.

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Das Problem der versandenden Weiher am Raky-Schlösschen ist Wegbergs zuständigem Dezernenten Rudolf Fabry bekannt. "Wenn da nichts passiert, dürften die Teiche in den nächsten zehn bis 20 Jahren verschwinden", sagt er auf Anfrage. Die Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung weist er zurück. Fabry erinnert daran, dass die Stadt Wegberg vor 18 Jahren einen Antrag auf den Weg gebracht habe, um die Teiche entschlammen zu können. Das jedoch habe der Kreis Heinsberg als Untere Landschaftsbehörde abgelehnt. Mit der Begründung, dass die Teiche einst künstlich angelegt wurden. "Die Auffassung der Unteren Landschaftsbehörde ist, dass sich die Natur das zurückholen soll, was ihr durch den künstlichen Eingriff zuvor genommen wurde."

Fabry äußert Verständnis für die Sorge um die Zukunft der Raky-Teiche. Wie Hugo Busch hält er das idyllische Fleckchen rund um den Alde Berg für eines der attraktivsten Wandergebiete im Kreis Heinsberg. "Doch es gibt eben auch die Auffassung, dass es keine weiteren künstlichen Eingriffe dort geben soll und das Gelände stattdessen der Natur überlassen wird", sagt er.

Politischer Beschluss nötig

Fabry weist auch darauf hin, dass die Stadt Wegberg nur für den unteren der drei Weiher unterhaltungspflichtig sei. Auf die beiden oberen Weiher, die schon stark versandet seien, habe die Stadt keinen Einfluss, weil es dort keine fließenden Gewässer gebe. Eigentümer sei das Land NRW. Ohne einen politischen Beschluss sei eine Entschlammung ohnehin nicht möglich. Fabry: "Der Rat müsste dazu die finanziellen Mittel freigeben." Kommentar / Frage des Tages

(RP)
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