1. NRW
  2. Städte
  3. Kreis Heinsberg

Wassenberg: Weihnachtsmarkt im Umbruch

Wassenberg : Weihnachtsmarkt im Umbruch

Die Ansprüche von Marktbesuchern haben sich verändert. Der Wassenberger Gewerbeverein reagiert auf Kritik mit einem neu konzipierten Adventsmarkt. Bei einer Mitgliederversammlung wurde kontrovers über die Zukunft diskutiert.

Die Geburt war schwer — doch nach vielfacher Kritik von Besuchern in den vergangenen Jahren findet der Wassenberger Weihnachtsmarkt des Gewerbevereins am dritten Adventswochenende in neuer Form statt. In der Innenstadt gibt es wie bisher einen — jetzt Basar genannten — Markt, den die Veranstaltungsfirma Pleines aus Gladbach wie in den Vorjahren organisiert. Aber zusätzlich wird im Burggarten zwischen Kirchstraße und Gondelweiher in 30 weißen Zelten ein "echter" Adventsmarkt entstehen, den Vereinsmitglieder organisieren und auf dem auch andere örtliche Vereine und Schulen präsent sein werden, wie Gewerbevereins-Vorsitzender Georg Hensges erläutert. "Dort wird ausschließlich Adventliches angeboten und zu sehen sein", verspricht er. "Wir wollen damit auf die Kritik vieler Besucher reagieren", sagt er. Um jedoch die Geschäftsleute in der Innenstadt — dort ist zugleich Kaufsonntag — nicht abzunabeln, entstand der Kompromiss einer Kombination von Adventsmarkt und "Basar".

Auch eine ungewöhnliche "Eisbahn" auf dem alten Freibadgelände wird am 3. Advent (bis 6. Januar) öffnen — freilich nicht in Regie des Gewerbevereins, sondern der neuen "Altes Freibad" Gesellschaft (Gbr), die das alte Freibadgelände erworben hat und umgestaltet. Die (geliehene) Schlittschuhbahn besteht aus Kunststoff und wird beispielsweise von Eissportlern im Sommertraining genutzt, mit normalen (Hockey-)Schlittschuhen.

Dass das Organisieren von Festen des Gewerbevereins in Wassenberg ein Spagat zwischen sehr unterschiedlichen Interessen der Geschäftsleute ist, zeigte sich jetzt bei einer Sondersitzung des Vereins auf Antrag einiger unzufriedener Mitglieder, für die Gastronom Hans Brender sprach. Man fühle sich vom Vorstand zu schlecht informiert und nicht genug in Planungen und Überlegungen zur Zukunft einbezogen. Auch die Vorgeschichte des — grundsätzlich begrüßten — Oktoberfests, einer Kooperation des Gewerbevereins mit der Freibad-Gesellschaft, behagte den Kritikern nicht. Sie fühlten sich vor vollendete Tatsachen gestellt.

Postwendend verwies Vereinsgeschäftsführer Leo Schröder auf die geringe Resonanz der Mitglieder bei den Versammlungen, in denen ja informiert werde, und die Rundmails. Mehr als mager seien dagegen die Reaktionen auf Bitten, sich doch organisierend einzubringen. Immerhin: Zuletzt gab es Selbstkritik auf beiden Seiten und die Zusage, die Mitgliederinformation zu verbessern.

Das könnte vor allem im Hinblick auf die Zukunft wichtig sein. Märkte und die Ansprüche des Publikums hätten sich in den vergangenen Jahren drastisch gewandelt, sagte Schröder. So denkt man für nächstes Jahr an einen mehrwöchigen Adventsmarkt in den Burggärten nach, von dem die Geschäftswelt in der Stadt möglicherweise mehr profitiere als vom Basar-Konzept. Laut dachte der Vorstand auch darüber nach, ob die Kinderkrebshilfe Ophoven, die 2013 keinen eigenen Markt mehr anbieten will, irgendwie eingebunden werden könnte. Ausreichend Stoff zur Diskussion liegt also auf dem Tisch.

(RP/ac)