Waldfeucht im Kreis Heinsberg: Mord an 27-Jährigem aus Eifersucht - fünf Verdächtige

Grausames Verbrechen im Kreis Heinsberg : Mord aus Eifersucht - Polizei nimmt fünf Männer fest

Im Fall des toten 27-Jährigen in Waldfeucht nennen die Ermittler grausame Details: Ein 22-Jähriger soll aus Eifersucht zugestochen haben, weil seine Ex-Freundin einen Neuen hatte. Vier weitere Männer sollen ihm geholfen haben.

Das Opfer wurde am späten Abend des 2. Oktober gegen 23 Uhr leblos an der Raiffeisenstraße in Waldfeucht aufgefunden. Wegen der vorgefundenen Spurenlage ging die Polizei schnell von einem Tötungsdelikt aus. Die grausamen Details nannte Erster Kriminalhauptkommissar Ingo Thiel, Leiter der Mordkommission der Polizei Mönchengladbach. Besonders tragisch: Der Getötete, der 27-jährige Dominik J., wurde Opfer aus Eifersucht.

„Im ersten Angriff war klar, dass es einen so genannten Overkill gegeben haben muss“, stellte Ingo Thiel die Sachlage dar. Mit anderen Worten: Der Körper des Opfer wies multiple Stichverletzungen auf. Weil das Opfer in einem Industriegebiet aufgefunden worden war, machte sich die Mönchengladbacher Mordkommission umgehend auf, um mögliches Videomaterial umliegender Betriebe sicherzustellen. Die gelang zwar, „doch die Aufnahmen waren eher schlecht“, sagte Thiel.

Jedoch schafften es die Beamten dennoch, aus dem Material erste Erkenntnisse zu gewinnen. Schemenhaft seien zwei Autos erkennbar gewesen. Zwei Personen seien aus dem ersten Fahrzeug ausgestiegen, gingen auf den 27-Jährigen zu und schlugen ihm ins Gesicht. Zwei weitere Mittäter seien danach aus dem ersten Fahrzeug ausgestiegen. Das Geschehen habe sich hinter das Fahrzeug verlagert.

Das bereits schwer verletzte Opfer soll in den Kofferraum gezerrt worden sein, J. soll aber dennoch einen Fluchtversuch unternommen haben, da sich der Kofferraum geöffnet habe. Der Fahrer des Wagens stieg aus und rammte dem Opfer das Messer mehrfach in den Thoraxbereich.

Wie Ingo Thiel berichtete, begannen die Ermittlungen im Umfeld des Opfers. Dominik J. soll geplant haben, mit seiner Freundin eine Wohnung zu beziehen. Damit soll der Ex-Freund der jungen Frau nicht einverstanden gewesen sein. Bereits am 4. Oktober stellten sich drei männliche Personen der Heinsberger Polizei – ein 17-Jähriger, ein 23-Jähriger und ein 25-Jähriger. Sie gaben an, dass ein 22-Jähriger der Haupttäter gewesen sein soll. Er wurde am 5. Oktober gefasst. Dieser bestätigte dann grob, dass er J. töten wollte. Der schreckliche Grund der Tat vom 2. Oktober: Eifersucht.

Sichergestellt wurden ein Klappmesser sowie blutverschmierte Kleidung. Bei ihren weiteren Ermittlungen stieß die Polizei auf einen 24-Jährigen, der dadurch auffiel, dass er massiv auf Zeugen eingewirkt hat und Tatwerkzeuge wie das Fahrzeug verschwinden lassen wollte. Er wurde am 9. November festgenommen. Es stellte sich heraus, dass ein Auftragsmord geplant gewesen sein soll, bei dem viel Geld geflossen sein soll. Die genaue Summe nannten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht, ebenso wenig die Anzahl der Stichverletzungen, die das Opfer erlitten hatte.

Mord aus niederen Beweggründen, Beihilfe, Heimtücke, Habgier – mit den Begriffen, die Kriminalhauptkommissar Ingo Thiel nannte, werden sich nun die Staatsanwaltschaft und das Gericht beschäftigen. „Wir sind stolz auf dieses Ergebnis der Ermittlungen, das eine gute Basis für die Verhandlung vor Gericht sein wird“, sagt Thiel.

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