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Wassenberg/Wegberg: Wächst der Naturpark Schwalm-Nette?

Wassenberg/Wegberg : Wächst der Naturpark Schwalm-Nette?

Zukunftstöne wurden von den niederländischen Nachbarn angestoßen. Vertreter der Kreise Viersen, Kleve und Heinsberg sowie der Stadt Mönchengladbach trafen sich zur Zweckverbandsversammlung in Wassenberg-Effeld.

Von Wachtendonk (Kreis Kleve) im Norden, über die Gemeinde Grefrath, die Süchtelner Höhen im Kreis Viersen mit Nettetal, Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten, Mönchengladbach streifend, bis hinein in den Kreis Heinsberg mit Wegberg und dem Südzipfel Wassenberg — das ist der Naturpark Schwalm-Nette. Dass diese 435 Quadratkilometer große Ausdehnung sich in nördlicher Ausrichtung weiter in den Kreis Kleve hinein vergrößern könnte, ist für Naturpark-Verbandsgeschäftsführer Michael Puschmann "durchaus vorstellbar", wobei er zu bedenken gibt, "dass noch viele Frage zu klären sind, auch, ob das Gebiet überhaupt naturparkwürdig ist".

Die Möglichkeit der Vergrößerung haben die niederländischen Nachbarn aufgeworfen, denken diese doch seit ihrem Verbandstag darüber nach, den grenzüberschreitenden Deutsch-Niederländischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette, dem auch der eigenständige deutsche Naturpark Schwalm-Nette angehört, entlang der Maas (als Westbegrenzung) von Roermond (Maasplassen) kommend dann über Venlo hinaus zu führen. Vorstellbar ist also, dass die deutsche Seite mitwächst. "Aber bis das spruchreif ist, wird noch viel Wasser die Maas, Schwalm oder Nette hinabfließen", sagt Michael Puschmann.

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Mit der Zukunft beschäftigten sich bei der 101. Verbandsversammlung im "Haus Wilms" in Wassenberg-Effeld, zu der Verbandsvorsteher Peter Ottmann (Landrat des Kreises Viersen) und der Politische Sprecher Dr. Ferdinand Schmitz (Wegberg-Rickelrath) eingeladen hatten, auch die Delegierten aus den Kreisen Kleve, Viersen, Heinsberg und der Stadt Mönchengladbach: "Vision 2020" war vor zwei Jahren auf den Weg gebracht worden und zeigte nach vier Sitzungen einer Steuerungsgruppe erstmals Handfestes, das Planung und Zukunft des Naturparks Schwalm-Nette betrifft. Schlagworte waren Naturparkschau, Verzahnung mit Tourismusinformationsstellen und Kooperation, Anregungen wurden vom Naturparkplan "Teutoburger Wald" aufgesogen. Erstellt werden soll der Naturparkplan Schwalm-Nette allerdings durch Fachplaner der Klever Hochschule Rhein-Waal oder eines Hamburger Kontors. Im einstimmig von der Verbandsversammlung verabschiedeten Haushaltsplan für 2014 wurde ein Mittelwert von 100 000 Euro bereitgestellt, wobei die Spitze durchaus bei 140 000 Euro liegen könnte. Fest steht, dass die Verbandsumlage aber keinesfalls höher ausfallen wird und dass vom Land NRW ein Zuschuss in Höhe von 70 Prozent zu erwarten ist. 2014/15 sind als Planungsphase vorgesehen, 2016 dann als Umsetzung.

2016 ist auch ein weiteres Kerndatum für den Naturpark Schwalm-Nette. Dann nämlich läuft der Mietvertrag des Naturparkzentrums in Wildenrath aus, in dem die Bionik-Ausstellung bis 2012 ein Magnet war. Um Leerstand zu vermeiden, wurden im Laufe des Jahres 2013 kleinere Ausstellungen präsentiert, ehe ab den Osterferien 2014 ein neues Kombikonzept locken soll. Teile aus der Bionikausstellung sollen dann im Wildenrather List-Zentrum mit dem Thema erneuerbare Energie auf den Naturpark Schwalm-Nette transferiert werden.

Die Finanzierung (48 000 Euro) kommt aus Stiftungen und Sponsoren, nicht zuletzt dank der Initiativen der Landräte Stephan Pusch (Kreis Heinsberg) und Peter Ottmann (Kreis Viersen). Dadurch wurde auch sichergestellt, dass die Kombiausstellung über 2016 (bis 2020 oder länger) in einem anderen Naturparkzentrum — möglichst im Süden des Zweckverbandes — weiter laufen soll. Hier sind die Städte Wegberg oder Wassenberg im Gespräch.

(hg)