Hückelhoven: Vier Jahre Haft für Plantagen-Betreiber

Hückelhoven : Vier Jahre Haft für Plantagen-Betreiber

Zwei Jahre lang betrieb der Angeklagte (44) in Hückelhoven-Brachelen in den Räumen eines ehemaligen Bauernhofes eine Marihuana-Plantage. Deshalb hat die Zweite Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts den geständigen Mann gestern wegen Rauschgift-Handels zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.

Bereits zu Prozessbeginn hatte der 44-Jährige einen zwei Jahre dauernden Cannabis-Anbau (März 2010 bis März 2012) zugegeben. Nach einem schweren Unfall habe er als Maurer nicht mehr arbeiten können. Deshalb sei er auf die Idee gekommen, "mit Gras zu basteln". "Mit einer Pflanze habe ich angefangen, ein Samenkorn habe ich in die Erde gelegt", erinnerte sich der Angeklagte. Zugleich bedauerte sich der Plantagenbetreiber, dass alles sehr schwierig gewesen sei.

Aufgefallen war der Maurer mit dem gärtnerischen Talent, als sich ein Kunde bei der Polizei meldete. In dem früheren Bauernhof in Brachelen habe er Cannabis-Pflanzen gesehen, hatte der Düsseldorfer behauptet. Drogenfahnder kamen nach Brachelen und durchsuchten den Hof und dessen Anbauten. Bereits in der Toreinfahrt habe es nach Haschisch gerochen. Einige Fenster waren mit schwarzer Plastikfolie zugeklebt.

Die Beamten entdeckten 181 Haschischpflanzen in unterschiedlichen Wachstumsstadien. Der Ernteertrag wurde auf insgesamt zehn Kilogramm Marihuana geschätzt. In verschiedenen Räumen, sogar im Kühlschrank, fanden die Ermittler davon noch 6,5 Kilogramm Marihuana – jeweils in szenetypischen Handelspackungen. Außerdem wurden bei der Hausdurchsuchung 531 Gramm Haschisch und 19,2 Gramm Amphetamine entdeckt. "Das Amphetamin habe ich für meine Geburtstagsparty organisiert", gab der Angeklagte ohne weiteres zu.

Bei der Durchsuchung wurde neben den Pflanzen auch Geld gefunden, 23 687 Euro insgesamt. Davon seien 5000 Euro für die Beerdigung seiner Mutter bestimmt, beteuerte der Angeklagte eifrig und legte eine schriftliche Bestätigung der Mutter vor. Den Rest von 18 687 Euro beschlagnahmte die Staatsanwältin: "Das Geld unterliegt dem Verfall". Das Vorstrafenregister des 44-Jährigen enthält 14 Eintragungen. "Das hatte meistens mit Alkohol zu tun. Später habe ich eine Therapie gemacht", verteidigte sich der frühere Düsseldorfer, der tatsächlich nach 2002 nicht mehr aufgefallen war.

Aber von einem minder schweren Fall war gestern nicht mehr die Rede. Immerhin hätte der Ernteertrag für 33 333 Konsumeinheiten gereicht, hieß es in der Urteilsbegründung.

(RP)
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