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Veterinäramtsleiter warnt vor illegalem Welpenhandel

Problem auch im Kreis Heinsberg : Veterinäramtsleiter warnt vor illegalem Welpenhandel

Wer sich jetzt im Homeoffice einsam fühlt, sollte seine Entscheidung wohl überlegen: Bei der Anschaffung eines Tieres geht es gleichsam um ein weiteres Familienmitglied, für das über Jahre hinweg gut gesorgt sein muss.

Corona-Pandemie, Lockdown, Homeoffice – weil viele Menschen viel mehr Zeit als gewöhnlich zuhause verbringen, gibt es nach Angaben des Kreises Heinsberg eine hohe Nachfrage nach Welpen. Doch die Anschaffung eines Welpen sollte gut überlegt sein. Die Kehrseite der hohen Nachfrage sei die Zunahme des illegalen Welpenhandels. „Unterstützen Sie keinen unseriösen Hundehandel und keine Tierquälerei“, mahnt Kreisveterinäramtsleiter Hans-Helmut Ahlborn.

Ahlborn weist auf die Kriterien hin, an denen Interessenten eine seriöse Zucht erkennen. Die Welpen sollten mit dem Muttertier zusammen sein, einen gepflegten Eindruck machen und nicht in einem Stall oder Zwinger untergebracht sein. Die Welpen dürfen frühestens mit einem Alter von acht Wochen von der Mutter getrennt werden.

Interessenten sollten sich nicht unter Druck setzen lassen, „Es geht um ein Familienmitglied, nicht um Ware. Wir wissen allerdings, dass insbesondere bei gefragten Rassen mit hohen Preisen und schnellen Entscheidungsforderungen Druck ausgeübt wird“, sagt Ahlborn. Außerdem sei es ratsam, auf einen EU-Heimtierausweis mit eingetragenen Impfungen und bereits durchgeführten Wurmkuren zu achten. So ist das Risiko geringer, ein krankes Tier mit nach Hause zu nehmen. Beim Kauf ausländischer Hunde sollte auf eine gültige Tollwutimpfung geachtet werden. Andernfalls müsse eine mehrwöchige Quarantäne des Tieres in einer Quarantänestation amtlich angeordnet werden. Die Kosten in Höhe von mehreren hundert Euro hat der Besitzer des Tieres zu tragen.

Den neuen Hundeeltern sollte bewusst sein, dass sie mit dem Kauf für viele Jahre die Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen. Die Besitzer sollten auch unbedingt die damit verbundenen nicht unerheblichen laufenden finanziellen Belastungen wie Futter, Pflege, Ausbildung, Hundesteuer und Tierarztkosten bei der Entscheidung mit im Blick haben. Weiterführende Informationen zum Thema bietet das Serviceportal des Kreises Heinsberg unter dem Stichwort „Welpe“.

(RP)