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Wegberg: Türsteher wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht

Wegberg : Türsteher wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht

Kaum hat das neue Jahr begonnen, musste der Wegberger (33) schon vor der Ersten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts auf der Anklagebank Platz nehmen. Nachdem der Staatsanwalt die Anklageschrift verlesen hatte, war sofort klar, dass es sich nicht gerade um harmlose Vergehen handelt. Unter anderem wirft der Anklagevertreter dem 33-Jährigen gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, versuchte Nötigung und Unfallflucht vor. Und laut Anklage war dabei meistens Gewalt im Spiel. Als Türsteher soll der Wegberger des Öfteren als aggressiver Schläger aufgefallen sein. So soll der Angeklagte am 3. Juli 2010 im Eingangsbereich einer Diskothek ohne jeden Grund einen am Boden liegenden Mann mit Fußtritten am Oberkörper und Kopf verletzt haben.

Besonders übel soll der 33-Jährige seiner damaligen Freundin mitgespielt haben. Der Wegberger konnte offenbar die Trennung von seiner Partnerin nicht akzeptieren. Am 6. September 2010 soll der Angeklagte die Frau in sein Auto gezerrt und die Türen verschlossen haben. Er habe mit ihr reden wollen. Zufällig beobachtete damals ein Augenzeuge, dass sich die Frau gegen den Zugriff wehrte und stellte sich dem Autofahrer in den Weg. Dann sei der 33-Jährige immer wieder angefahren und habe dann wieder gebremst.

Der Augenzeuge sollte offensichtlich verschwinden, so das Ergebnis aus dem Ermittlungsverfahren. Doch der Mann gab den Platz nicht frei. Der Wegberger gab Gas und fuhr los. Bei diesem Fahrmanöver landete der Augenzeuge auf der Motorhaube des Fahrzeuges. Dem Zeugen gelang es, sich von der Motorhaube abzurollen. Offenbar nur deshalb, weil der Wegberger wegen eines geparkten Lkw das Tempo drosseln musste. Ohne sich um den Augenzeugen zu kümmern, setzte er seine Fahrt fort. Das nennt die Anklage "gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und Unfallflucht".

Die Freundin erstattete Anzeige. Offenbar konnte das der Partner nicht verhindern, obwohl er gedroht haben soll: "Versuch doch mal aus dem Auto auszusteigen, dann hau ich dir eine rein, und dann kannst Du gar nichts mehr sagen." Eine wichtige Rolle werden wahrscheinlich im Prozess Zeugenaussagen spielen. Der Türsteher zeigte sich geständnisbereit, verwies aber bereits zu Prozessbeginn auf Erinnerungslücken. Die Erste Strafkammer hat deshalb 14 Zeugen geladen und für das Verfahren zwei Fortsetzungstermine geplant.

(RP/ac)