Unternehmen arbeiten mit Neven Subotic Trinkwasserbrunnen für den Kreis Heinsberg – und für Tansania

Kreis Heinsberg · In jeder Kommune des Kreises Heinsberg sollen öffentliche Trinkwasserbrunnen gebaut werden. Gleichzeitig sollen auch in Afrika Tausende Menschen Frischwasserzugang erhalten. Dahinter stecken mehrere Unternehmen und der Ex-Fußballprofi Neven Subotic.

Neven Subotic erklärt die Ziele seiner Stiftung „Well Fair“.

Neven Subotic erklärt die Ziele seiner Stiftung „Well Fair“.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Ein Bündnis von lokalen Unternehmen, Organisationen und Kommunen aus dem Kreis Heinsberg geht ein Projekt an, das sowohl den Menschen vor Ort als auch in einer der meistbenachteilten Regionen der Welt helfen soll: Mit der Initiative „Trink Wasser!“ sollen einerseits in allen zehn Kommunen des Kreises Heinsberg öffentlich zugängige Wasserspender aufgestellt werden, andererseits durch den Brau von Brunnen Menschen in Tansania der Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht werden.

Der Kreis arbeitet dabei mit der Stiftung Well Fair zusammen, hinter der der ehemalige Fußballprofi Neven Subotic (unter anderem Mainz 05, Borussia Dortmund und Union Berlin) steht. Der 35-Jährige kümmert sich seit einigen Jahren darum, Menschen in Afrika einen Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen. Dass nun die Zusammenarbeit gleich mit einer ganzen Reihe von Unternehmen gelungen sei, sei auch für ihn ein neuer Meilenstein: „Dass hier Politik, Wirtschaft und der sogenannte Dritte Sektor zusammenarbeiten, ist etwas ganz Besonderes und sehr Wertvolles. Ich hoffe, dass sich dieses Modellprojekt auf viele andere Regionen übertragen kann.“

Unter dem Dritten Sektor versteht man Vereine, Organisationen oder Stiftungen, die im Nonprofit-Bereich arbeiten und der Gemeinnützigkeit dienen. „Jeder dritte Mensch auf der Welt hat keine einfache Trinkwasserversorgung, so wie wir sie kennen. Und jeder zehnte Mensch hat gar keinen Zugang zu Trinkwasser“, erklärte Subotic. „Wer verunreinigtes Wasser trinkt, der wird krank. Deswegen arbeiten wir mit lokalen Partnern zusammen, um Brunnenanlagen zu bauen und diese instandzuhalten.“ Seine Partnerin Shari Malzahn-Ape sagte, dass man so bereits für 300.000 Menschen einen Trinkwasserzugang ermöglicht habe. „Unternehmen haben nicht nur das finanzielle Potenzial, um so etwas umzusetzen, sondern auch eine sehr hohe Reichweite. So wird das soziale Engagement in die Mitte der Gesellschaft getragen“, erklärte sie.

Beteiligt sind aus dem Kreis Heinsberg die Firmen MH Wirth, die Unternehmensgruppe Essers, Elteba, die Unternehmensgruppe Frauenrath, Enet, Inperfektion, Iteracon und Centroplan. Der Bau der Wasserspender im Kreis Heinsberg soll schon in Kürze beginnen, so soll beispielsweise in der Nähe des Erkelenzer Rathauses ein solcher Brunnen entstehen. Die Kosten dafür übernimmt die Kreissparkasse Heinsberg. „Geplant ist, dass jede Kommune mindestens einen, idealerweise sogar mehrere Spender erhält“, erklärte Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Kreis-Wirtschaftsförderungsgesellschaft. An den Brunnen sollen Infotafeln über das Projekt informieren.

Landrat Stephan Pusch freut sich sehr über die Initiative der Unternehmen: „Gerade in großen Konzernen wird oft Greenwashing betrieben. Aber hier haben wir ein ganz konkretes Projekt, das den Menschen vor Ort ganz konkret weiterhilft. Das kann sich jedes Unternehmen zu Recht auf die Fahne schreiben.“ Dabei wolle man mit den Partnern in Afrika zusammenarbeiten. „Ich hatte bei den ersten Kontakten nach Tansania das Gefühl, dass die Menschen dort noch gar nicht richtig verstanden haben, was wir vorhaben“, so Pusch. „Wir wollen nicht der reiche Onkel aus Europa sein, sondern auf Augehöhe kooperieren, eine Kommunikation etablieren und voneinander lernen. Das ist ein Unterschied zur klassischen Entwicklungshilfe.“ Pusch meint: „Wir im Kreis Heinsberg können Blaupause. Ich hoffe hier entsteht eine weitere für die ganze Republik.“

Markus Holländer von der Übach-Palenberger Firma Iteracon fungiert bereits seit Jahren als Botschafter für das Projekt und war auch bereits mehrfach in Ostafrika. „Da haben wir Kinder gesehen, die bisher täglich sechs Kilometer für Wasser laufen mussten. Die können jetzt zur Schule gehen.“ Kreissparkassen-Chef Thomas Giessing sprach von einer „extrem guten Idee, die hoffentlich Nachahmer findet“. Man sei offen für weitere Unternehmen, die sich der Initiative anschließen wollen.