Kreis Heinsberg: Tourismus hat mehr Bedeutung

Kreis Heinsberg : Tourismus hat mehr Bedeutung

Eine Studie belegt, dass im Kreis mehr Tourismus stattfindet, als bisher angenommen wurde. Zahlen stellte der Heinsberger Tourist-Service in Erkelenz vor. Auch wählte der HTS einen neuen Vorsitzenden, Landrat Pusch.

Wegberg lockt mit Mühlen, der Selfkant mit einer historischen Eisenbahn, nach Erkelenz kommen viele Hotelgäste aus Berufsgründen – es gibt viele Wege und Anlässe, die Touristen in den Kreis Heinsberg führen. Sie kommen für einen Tag oder mit Übernachtung. Glücklich verabschiedete sich der HTS jetzt von Zahlen, die bislang angenommen wurden: Es sind nicht 4,5 Millionen Tagesreisen im Jahr, sondern 8,5 Millionen. Es sind keine 206 000 Übernachtungen pro Jahr, sondern 255 000 (2011). Neue Daten liefert eine Studie der dwif-Consulting GmbH für die Freizeitregion Heinsberg.

Das Beratungsunternehmen der Tourismusbranche konnte auf eine größere Datensammlung zurückgreifen und durch Umfragen und Abgleiche ergänzen, als es dem HTS bislang möglich war. Kernergebnisse der Studie stellte in Erkelenz bei der Jahresversammlung des HTS der aus München angereiste dwif-Geschäftsführer Dr. Manfred Zeiner vor. HTS-Geschäftsführerin Patricia Mees erklärte anschließend: "Die Studie belegt: Investitionen in den Tourismus sind gut angelegtes Geld. Der Wirtschaftsfaktor für die Freizeitregion ist wesentlich höher als bisher angenommen."

Umsatz von 237 Millionen Euro

2011 machte der Tourismus im Kreisgebiet einen Gesamtumsatz von knapp 237 Millionen Euro, hat das dwif errechnet, und "damit rund 100 Millionen Euro über den bisherigen Berechnungen", teilte der HTS mit. Allein 212 Millionen Euro trugen die Tagestouristen bei. Zu fast zwei Dritteln habe bei den Übernachtungsgästen das Gastgewerbe davon profitiert, zu rund 21 Prozent der Einzelhandel, und der Rest ging an Dienstleister "wie Taxen, Kinos oder die Selfkantbahn", sagte Manfred Zeiner. Bei den Tagestouristen sei der Einzelhandel zu 50 Prozent der Profiteur gewesen, vor dem Gastgewerbe mit mehr als 38 Prozent des Gesamtumsatzes von 212 Millionen Euro. Auch Bund, Land und Kommunen profitierten, weil im Kreis Heinsberg durch den Tourismus allein 25,4 Millionen Euro an Mehrwertsteuer und Einkommenssteuer anfielen, andere Steuerarten wie die Gewerbesteuer nicht eingerechnet. "Die Studie zeigt, welchen Nutzen die Region aus der Arbeit des HTS zieht", erklärte Manfred Zeiner. Dabei gebe es Potenzial, weil der Kreis Heinsberg bei der Anzahl den Tagesreisen "eine durchschnittliche Destination" sei.

Abschied vom Vorsitzenden

Ansporn dürfte das für Landrat Stephan Pusch sein. Er wurde in Abwesenheit bei einer Enthaltung zum neuen Vorsitzenden des HTS gewählt. Er tritt die Nachfolge von Kreisdirektor Peter Deckers an, der im Oktober außerhalb des Kreisgebietes eine neue Aufgabe antritt.

(RP)
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