Wegberg: Tetelrath ganz auf Traktoren eingestellt

Wegberg: Tetelrath ganz auf Traktoren eingestellt

Bei Namen wie Deutz, Lanz-Bulldog, Eicher oder Hanomag schlägt das Herz der Traktorenfans höher. Mehrere hundert präsentierten ihre „Schätzchen“ beim Oldtimer-Traktoren-Club Merbeck-Tetelrath. Ein riesiger Acker am Ortsrand war eigens für dieses gigantische Treffen hergerichtet worden und so zu einem großen Freilicht-Museum von Traktoren aller Art geworden.

Von weitem unübersehbar

„Das ist schon eine Menge Arbeit, ohne die tatkräftige Hilfe von vielen Helfern wäre das auch alles nicht machbar“, sagt Heinz-Willi Merkens vom Vorstand. Gerade mal 14 Mitglieder hat der Klub, der alle zwei Jahre dieses Spektakel auf die Beine stellt. Schon von weitem unübersehbar: Zahlreiche Gefährte drehten lautstark ihre Runden, sehr zur Freude der vielen Kinder, die kostenlos eine Runde mitfahren konnten. „In diesem Jahr geht es bei uns ums Holz“, erklärt Merkens, „denn wir stellen unser Treffen immer unter ein Motto.“ So konnten die Besucher unter anderem sehen, wie mit dem „Göbel“ Getreide gedroschen wird, „der ältesten Antriebsart, in der Kraft vom Tier auf die Maschine übertragen wird“. Konkret heißt das, ein Pferd zieht einen langen Pfahl im Kreis ziehen. Ebenfalls umlagert war die fahrbare Bandsäge. „Das waren früher Lohnunternehmer, die von Ort zu Ort zogen und das Holz schnitten haben“, erklärt Merkens.

Auch rund um die Traktoren wird viel erzählt und gefachsimpelt: Besonderer Blickfang war dabei mit Sicherheit der Lanz Bulldog von Günther Graf aus dem Jahre 1933. Dieses gute Stück hatte sogar noch Eisenräder und wird direkt mit dem Lenkrad angeworfen. „10 Liter liegend“, das ist der Hubraum, „also ein ganzer Wassereimer voll“, scherzt ein Besucher.

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Auch Frauen mischen mit

„Der ist aber schön geworden“ hört man an anderer Stelle vor einem grünen Deutz: Dort stellt der Besitzer gerade seinen Traktor vor, den er sich vor einiger Zeit gekauft und wieder hergerichtet hat. „Diesen Monat ist er 50 geworden“, sagt er nicht ohne Stolz. Das Alter sieht man der Maschine nicht an. Einem anderen dagegen schon: Der schwarze Eicher wenige Meter weiter aus dem Jahr 1952 ist völlig mit Rost übersäht. Unter die Schmuckstücke mischt auch eine Marke mit, die zumindest für den Laien nicht unbedingt etwas mit Traktoren zu tun hat: Porsche: „Ja, die haben auch mal solche Sachen gebaut“, lacht Merkens. Und dass Traktoren längst nicht mehr nur Männersache sind, belegt der grüne Deutz von Ilona Dellen aus Süchteln.

(RP)
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