WEGBERG/VLODROP: Streit um Kloster St. Ludwig vor Gericht

WEGBERG/VLODROP: Streit um Kloster St. Ludwig vor Gericht

Die Maharishis wollen das frühere Franziskanerkloster St. Ludwig in Vlodrop abreißen. Bürger und Heimatkundler sind dagegen. Sie haben gegen die Abrissgenehmigung der Gemeinde Roermond geklagt – und hoffen auf einen Erfolg.

Die Maharishis wollen das frühere Franziskanerkloster St. Ludwig in Vlodrop abreißen. Bürger und Heimatkundler sind dagegen. Sie haben gegen die Abrissgenehmigung der Gemeinde Roermond geklagt — und hoffen auf einen Erfolg.

Der Streit um die Zukunft des Klosters St. Ludwig spitzt sich zu: Jetzt entscheidet das Verwaltungsgericht Roermond über eine Klage der Gegner des geplanten Abrisses des ehemaligen Franziskanerklosters St. Ludwig in Vlodrop bei Dalheim.

Die juristische Auseinandersetzung um das Rijksmonument (nationales Denkmal) zieht sich schon seit Jahren hin. Eigentümer von St. Ludwig ist die Meru-Stiftung (Maharishi European Research University). Ende 2012 hatte die Gemeinde Roermond den von der Meru-Stiftung beantragten Abriss genehmigt. Dagegen klagten die Bürgerinitiative St. Ludwig (Burgercomité), die Cuypersgenootschap, die sich für den Erhalt kulturellen Erbes einsetzt, und die Heimatkundler von der Heemkundevereniging Roerstreek. Die Meru-Stiftung propagiert auf dem Klostergelände im Nationalpark Meinweg die Transzendentale Meditation in indischer Ausprägung nach ihrem 2008 verstorbenen Gründer Maharishi. Die Beatles waren die berühmtesten Anhänger des indischen Gurus.

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Die umstrittene Organisation möchte St. Ludwig abreißen, weil die alten Gemäuer nicht den vedischen Prinzipien entsprechen. Demnach müsste das Gebäude nach Osten ausgerichtet sein. Die Gegner des Abrisses halten diese Argumentation für Unsinn und weisen auf die kulturhistorische Bedeutung von St. Ludwig hin. Sie sind der Meinung, dass die Meru-Stiftung das Kloster entweder sanieren oder verkaufen sollte. "Es gibt viele Möglichkeiten, das Kloster zu nutzen. Beispielsweise als Hotel, Museum oder Seniorenwohnheim", sagt Louis op de Kamp. Er ist Vorsitzender des Bürgerkomitees St. Ludwig. Das kämpft seit 1997 für den Erhalt des Klosters. Ihre Chancen, vor Gericht gegen die Meru-Stiftung zu gewinnen, beurteilen die Gegner als gut. Louis op de Kamp verweist auf ein Gutachten, das sich für den Erhalt des Klosters ausspricht. Sollte das Verwaltungsgericht in Roermond die Abrissgenehmigung nicht beanstanden, werden Louis op de Kamp und seine Mitstreiter vor den Raad van State in Den Haag ziehen — die höchste gerichtliche Instanz in den Niederlanden. Mit einer endgültigen Entscheidung rechnet Louis op de Kamp bis Mitte 2014.

Die Meru-Stiftung hatte den Gegnern des Abrisses Anfang des Jahres einen Kompromiss vorgeschlagen: Der Spitzturm, ein Observatorium und ein Bienenhaus sollten in Erinnerung an St. Ludwig erhalten bleiben. Darauf haben sich die Gegner aber nicht eingelassen.

Sollten die Gerichte in Roermond und Den Haag im Sinne der Meru-Stiftung entscheiden, dürften die Tage von St. Ludwig gezählt sein. Davon gehen die Gegner des Abrisses aber nicht aus. Sie rechnen fest damit, dass die Gerichte sich für den Erhalt des Rijksmonuments aussprechen. Dann müssten die Maharishis nicht nur das Gebäude erhalten, sondern auch die 1998 durch einen Teilabriss verursachten Schäden im Dachgeschoss und an den Giebeln innerhalb kürzester Zeit reparieren. Die Kosten dafür werden auf mindestens drei Millionen Euro geschätzt. "Dann wird es erst richtig spannend", sagt Louis op de Kamp.