Wegberg: Stadt will Raky-Weiher retten

Wegberg: Stadt will Raky-Weiher retten

Die Weiher am Raky-Schlösschen zwischen Arsbeck und Dalheim drohen auszutrocknen. Die Stadt Wegberg will das verhindern. Die Postkartenidylle rund um den Aldeberg soll mit europäischen Fördermitteln erhalten werden.

Für den von der Verlandung bedrohten Raky-Weiher ist möglicherweise Rettung in Sicht: Bürgermeister Reinhold Pillich kündigte an, dass sich die Stadtverwaltung darum bemühen wird, Fördergelder für das wunderschöne Naturparadies rund um die Motte Aldeberg zu sammeln. Außerdem soll eine Abwasserleitung an der Anton-Raky-Straße vergrößert werden, um ein Regenüberlaufbecken zu entlasten.

Verlandung droht

Der frühere Gewässerwart des Angelvereins Arsbeck, Hugo Busch, hatte im Gespräch mit der RP darauf hingewiesen, dass die Weiher am Raky-Schlösschen zwischen Arsbeck und Dalheim zusehends verlanden und in den nächsten zehn bis 20 Jahren völlig austrocknen werden, sollte nichts geschehen. Bürgermeister Reinhold Pillich stellte jetzt klar, dass ein Austrocknen der Weiher am Raky-Schlösschen überhaupt nicht im Sinne der Stadt ist.

Das Gebiet um den Aldeberg sei schließlich eines der attraktivsten Wandergebiete im Kreis Heinsberg und füge sich perfekt in Wegbergs Selbstverständnis als Stadt im Grünen ein. "Wir werden deshalb versuchen, für dieses Gebiet Mittel aus dem Fördertopf Interreg IVa locker zu machen", sagte Pillich.

Zwar äußerte der Bürgermeister Verständnis für das Bemühen der Anwohner, die Postkartenidylle am Rakyweiher zu erhalten. Allerdings weist er darauf hin, dass dort nur etwas geschehen kann, wenn die übergeordneten Behörden wie die Untere Landschaftsbehörde (Kreis Heinsberg) und die Bezirksregierung ihr Einverständnis erklärten. Bis dato halten sich die Behörden aber zurück. Begründung: Die Teiche rund um das Raky-Schlösschen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts künstlich angelegt.

  • Wegberg : Wer rettet den Raky-Weiher ?

"Die Auffassung der Unteren Landschaftsbehörde ist, dass sich die Natur das zurückholen soll, was ihr durch den künstlichen Eingriff zuvor genommen wurde", erklärt Pillich.

Hugo Busch begrüßt das Engagement der Stadt Wegberg. Aber es reicht ihm nicht aus: "Man müsste eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Raky-Weiher gründen. Unterstützer gibt es dafür genug", sagt der Arsbecker, "doch das will ich mir mit meinen 65 Jahren nicht mehr antun", fügt er hinzu.

Maßnahmen gegen üblen Geruch

Nachdem Anwohner überlaufende Gullis und Gestank entlang der Anton-Raky-Straße am Aldeberg beklagt hatten, will die Stadt nun reagieren. Dazu soll eine unterhalb des Regenüberlaufbeckens liegende Abwasserleitung deutlich vergrößert und das Abwassersystem entlastet werden. "Dadurch verringert sich die Entlastungsrate des Regenüberlaufbeckens von momentan 20 Mal pro Jahr auf einmal pro Jahr", teilt die Stadtverwaltung mit. Auch für diese Maßnahme muss jedoch zunächst die Bezirksregierung grünes Licht geben.

(RP)
Mehr von RP ONLINE