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Coronavirus Kreis Heinsberg: Ernsthaft und besonnen durch die Corona-Krise

Energie, Rettungswesen, ÖPNV im Kreis Heinsberg : Ernsthaft und besonnen durch die Krise

Energie, Rettungswesen, ÖPNV – wie gehen systemrelevante Betriebe und Behörden mit der Coronakrise um?

Bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Erkelenz hat die Corona-Problematik noch keine Auswirkungen auf die Funktionstüchtigkeit, wie der Erste Beigeordnete Hans-Heiner Gotzen am Freitag versicherte. Die vergleichsweise geringe Zahl von zwölf in Erkelenz mit dem Virus infizierten Personen machte keine Maßnahmen erforderlich. „Alle Einsätze können sichergestellt werden.“ Das Schwergewicht der Infizierten liege im Südkreis. Durch die immer wieder angeregten und durchgeführten Vorsorgemaßnahmen solle versucht werden, das Risiko einzudämmen. „Wir haben derzeit in Erkelenz keine Lage, die ein Handeln notwendig macht.“ Brandamtmann Helmut van der Beek als Leiter der Feuwehr mit 360 aktiven Mitgliedern sieht ebenfalls die höchste Priorität darin, dass die Wehr einsatzbereit bleibt. Es werde alles getan, um diese Einsatzbereitschaft gewährleisten zu können. Dazu gehöre, dass alle Veranstaltungen der Löschgruppen, die Jahresversammlung und alle Grundausbildungslehrgänge vorläufig abgesagt wurden. Auch wurden die Übungsabende und die Ausbildungen bei der Jugendfeuerwehr ausgesetzt.

Deutsches Rotes Kreuz Beim DRK-Kreisverband Heinsberg hat die Problematik zu einer drastischen Maßnahme geführt: „Ab sofort und bis auf weiteres wird der Blutspendedienst West kreisweit keine Blutspendetermine mehr durchführen“, sagte DRK-Kreisgeschäftsführer Lothar Terodde. Die Kindergärten sind längst geschlossen und bleiben der Empfehlung des Landrats folgend auch geschlossen. Die Kursangebote wurden kreisweit ausgesetzt. „Eine Ausnahme gibt es für die Erste-Hilfe-Lehrgänge in Behörden und Betrieben, da diese zur betrieblichen Beschäftigung gehören.“ Selbstverständlich würden die Sozialkontakte nach Möglichkeit vermieden, dennoch gelinge es, die Arbeit und die Struktur aufrechtzuerhalten. Mit „großer Ernsthaftigkeit und Besonnenheit“, so Terodde, würden die DRK-Mitarbeiter die aktuelle Situation angehen. „Als Arbeitgeber versuchen wir, die familiären Aspekte der Kollegen zu berücksichtigen.“ Das DRK führe aus, was die Behörden empfehlen oder anordnen, was zu „erheblichen Einschränkungen“ führe, aber es sei derzeit nicht zu befürchten, dass das DRK seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen könne. Auch hinsichtlich der generellen ausgearbeiteten Katastrophenschutzpläne gebe es keine Veränderungen.

ÖPNV „Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hat für uns oberste Priorität. Ebenso die Gesundheit unserer Fahrgäste“, erläutert Udo Winkens, Geschäftsführer der West Verkehr, die maßgeblich den ÖPNV im Kreis Heinsberg betreibt. Bereits nach der ersten Mitteilung der Kreisverwaltung und der ersten bestätigten Infektion, die zur vorsorglichen Schließung aller Schulen und Kindergärten kreisweit führten, haben „wir unser Angebot umgehend angepasst und sämtliche Verstärkerfahrten und Fahrten im freigestellten Schülerverkehr eingestellt“. Gleichzeitig wurden die Mitarbeiter der West Verkehr über die aktuelle Situation informiert, um Beachtung der Hygiene-Regeln gebeten und mit Desinfektionsmittel ausgestattet. Mundschutz und Handschuhe wurden in ausreichender Anzahl bevorratet. Mitarbeiter, die grippeähnliche Symptome aufwiesen, wurden gebeten, ihren Hausarzt oder Notarztpraxen telefonisch zu kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise abzuklären. „Mittlerweile verfügt jeder Mitarbeiter über Handlungsempfehlungen für den Fall, dass Krankheitszeichen festgestellt werden oder die Sorge besteht, sich angesteckt zu haben“, betont der Geschäftsführer. Außerdem wurden Handlungsempfehlungen für das Verhalten am Arbeitsplatz und die Freizeit zur Verfügung gestellt. Alle unnötigen Gesprächstermine wurden abgesagt. Für den Busverkehr wurden zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Kunden werden gebeten, nur noch durch die hinteren Türen der Busse aus- und einzusteigen. „Alle Busse wurden mit Hygienehinweisen für Fahrgäste ausgestattet. Die Haltestangen und Handläufe in den Bussen werden seit Beginn der Krise regelmäßig desinfiziert.“ Gleiches gilt für das Kundencenter und das Verwaltungsgebäude in Geilenkirchen. Dort steht auch Desinfektionsmittel in ausreichender Menge bereit. „Sollte der Virus zu einem erhöhten Krankenstand führen, existieren Szenarien, unser Angebot mit Augenmaß anzupassen.“

Helmut van der Beek, Leiter der Erkelenzer Feuerwehr. Foto: Ruth Klapproth

Energie Auch bei der NEW gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. „Die Mitarbeiter sind angewiesen, soziale Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren. Oberstes Ziel ist die Vermeidung einer weiteren Verbreitung des Virus“, sagt Lucas Bayer, Sprecher des Unternehmens. Die Mitarbeiter würden daher umfänglich die Möglichkeit nutzen, von Zuhause aus zu arbeiten. „Da, wo es möglich ist, verwenden wir zur Kommunikation Video- oder Telefonkonferenzen.“ Alle „nicht zeitkritischen“ und nicht betriebsnotwendigen internen Veranstaltungen werden derzeit abgesagt. Außerdem würden die Mitarbeiter externe Veranstaltungen und Dienstreisen meiden. Darüber hinaus werden Mitarbeiter, die Symptome zeigen, oder Mitarbeiter, die mit mutmaßlich Infizierten in Kontakt gekommen sind, in häusliche Quarantäne geschickt. Darüber erfolgt eine Mitteilung an das Gesundheitsamt. „Die Kundencenter der NEW Energie sind geschlossen. Die dort angebotenen Dienstleistungen können online oder per Telefon abgewickelt werden“, meint Bayer in Hinblick auf die Öffentlichkeit. „Darüber hinaus haben wir klare Hygieneanweisungen an unsere Mitarbeiter gegeben.“ Bei Kundenterminen seien die NEW-Mitarbeiter darüber informiert, einen ausreichenden Abstand zu halten.

Den Busfahrern der NEW stünden ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung, da hier die Möglichkeit des regelmäßigen Händewaschens nicht besteht. Bayer bestätigt obendrein die Existenz von Notfallplänen, die er jedoch nicht konkretisieren möchte.