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84-Jährige aus Gangelt ist viertes Todesopfer

663 bestätigte Infektionen im Kreis Heinsberg : 84-Jährige aus Gangelt viertes Todesopfer

Den vierten Todesfall nach Corona-Infektion im Kreis Heinsberg hat die Kreis-Pressestelle am Sonntag bestätigt. Eine 84-Jährige starb an Lungenentzündung. Aktuell gibt es nun 663 bestätigte Virusinfektionen im Kreisgebiet.

Eine weitere traurige Nachricht verbreitete Kreis-Pressesprecherin Jennifer Grünter am Sonntag (15. März). Leider gebe es aus dem Kreisgebiet einen vierten Todesfall im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zu beklagen: „Eine 84-jährige Patientin aus Gangelt mit ernsthaften Vorerkrankungen verstarb in der Nacht von Donnerstag auf Freitag an einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Neuss.“ Auch in diesem Fall sei die Infektionsquelle mit dem Virus noch unbekannt. „Jede dieser Nachrichten betrübt mich zutiefst. Mein aufrichtiges Beileid gilt der Familie“, so Landrat Stephan Pusch.

Aktuell gibt es im Kreisgebiet 663 bestätigte Infektionen mit dem Corona-Virus (Stand: 15. März 16 Uhr). Am 9. März war ein 78 Jahre alter Mann aus Gangelt im Geilenkirchener Krankenhaus gestorben. Ein 73-jähriger Mann mit Vorerkrankungen aus Übach-Palenberg starb in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 11. März, im Krankenhaus Heinsberg. Einen Tag später starb dort eine 78-jährige Frau an den Folgen einer Lungenentzündung.

Das Awo-Altenzentrum Heinsberg bittet auf Empfehlung des Landrats, die Einrichtung zunächst bis zum 22. März nicht zu besuchen. Foto: dpa/Jonas Güttler

Am Montag, 16. März, will der Kreis Heinsberg mit seinem „Entlassmanagement“ beginnen. Positiv Getestete, die 14 Tage in Quarantäne waren, werden vom Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg erneut kontaktiert und nach mindestens drei Tagen Beschwerdefreiheit zu einem Kontrollabstrich in einer zentralen Stelle zur Probenentnahme gebeten. Der Kreis Heinsberg hat auch Laborkapazitäten der Bundeswehr angefragt. Er will sich einen Überblick verschaffen, wie viele der Infizierten als „geheilt entlassen“ werden können.

Bereits am Freitag hatte Landrat Stephan Pusch in seiner Videobotschaft mitgeteilt, dass die Bundespolizei an der Grenze zu den Niederlanden Kontrollen durchführe, „um festzustellen, ob möglicherweise infizierte Personen ein- oder ausreisen möchten“. Das sei keine Abriegelung des Kreises Heinsberg, es handele sich um bundesweite Maßnahmen der Grenzsicherung, betonte der Landrat. In Rothenbach waren am Samstag und Sonntag keine Kontrollen zu beobachten, der Parkplatz des Supermarktes an der Grenze hinter Wassenberg war wie üblich mit deutschen Kunden gut gefüllt. „De Limburgers heten u welkom“ (Die Limburger heißen Sie willkommen) – das gilt hier trotz der Coronakrise unverbrüchlich weiter. Auf seiner Facebookseite hatte der Supermarkt Rothenbach Gerüchte unter der Kundschaft dementiert, dass Autos mit Heinsberger Kennzeichen nicht über die holländische Grenze dürfen. „Diese Kommentare sind natürlich reiner Quatsch und frei erfunden. Wir sind wie gewöhnlich sieben Tage die Woche für Sie da“, so hieß es. „Zudem haben wir keine Versorgungsengpässe, weswegen das komplette Sortiment zur Verfügung steht. Wir würden uns darüber freuen, wenn wir trotz Coronavirus die treue Heinsberger Kundschaft begrüßen könnten.“ Kontrolliert hat die Bundespolizei indessen am Sonntag auf der L 140 (Selfkant-Gangelt) in der Nähe der B 56.

Die ernste Lage beeinflusst auch das kirchliche Leben. Generalvikar Andreas Frick erklärte für das Bistum Aachen: „Grundsätzlich sind alle Priester ausdrücklich ermutigt und bleiben beauftragt, insbesondere sonntags die heilige Messe (mit-)zu feiern – gegebenenfalls in kleinen Gottesdienstgemeinden – sichtbar und stellvertretend für die betende Kirche. Sollten Gläubige aus Gründen des Schutzes für sich selbst oder andere zu der Entscheidung kommen, keinen Sonntagsgottesdienst zu besuchen, sind sie in der Phase der von den staatlichen Stellen festgestellten akuten Gefährdung von der Sonntagspflicht dispensiert.“ Für die Karwoche stehen noch Entscheidungen an. Die evangelische Gemeinde Schwa­nenberg hat die Konfirmation vom 5. April in Absprache mit allen Betroffenen auf den 30. August verschoben.