Fußball : Ziel: In fünf Wochen fit für Profiliga sein

Regionalliga: Aufsteiger Beeck hat gestern die eigentliche Vorbereitung auf die 4. Liga aufgenommen. Sechs Einheiten in der Woche stehen nun auf dem Programm. Coach Henßen: "Wir wollen in der Regionalliga nicht nur auf Konter spielen."

Vor einem Crashkurs der besonderen Art stehen die Spieler des FC Wegberg-Beeck: In gerade einmal fünf Wochen müssen die Grundlagen für die 4. Liga geschaffen werden. Gestern Abend erfolgte im Rheydter Stadtwald "Monte Klamott" (mit Co-Trainer Dirk Ruhrig als "Tempohase") die erste von 27 Einheiten - bereits am Wochenende des 1./2. August steht für die Kleeblätter das Premierenspiel in der Regionalliga West an. Fazit: Die Vorbereitung wird kurz, dafür aber garantiert sehr knackig.

Nicht nur den gestrigen Auftakt, sondern die komplette erste Hälfte der fünfwöchigen Vorbereitung wird der Kapitän verpassen: Arian Berkigt, Referendar an der Wassenberger Betty-Reis-Gesamtschule und beim Urlaub daher ohnehin an Schulferien gebunden, hat sich für gut zwei Wochen in den USA-Urlaub verabschiedet. "Ich hatte die Reise schon Anfang des Jahres gebucht. Da war ja noch lange nicht absehbar, dass wir schon so früh mit der Vorbereitung anfangen müssen", erläutert der Leitwolf, mit 31 Jahren der Senior im Team.

Und auch ein weiterer Leistungsträger steht - verletzungsbedingt - weiterhin nicht zur Verfügung: Maurice Passage. Immerhin hat eine erneute eingehende Untersuchung bei "Speedy" nun auch eine neue Diagnose für seine anhaltenden Beschwerden an der Sehne ergeben: Bei Beecks schnellstem Akteur ist eine winzige Knochenabsplitterung festgestellt worden - Folge einer ganz alten Verletzung, die aus dem Herbst 2012 resultiert. "Maurice ist ein Kontrastmittel gespritzt worden, so ist die Knochenabsplitterung festgestellt worden", erläutert Trainer Friedel Henßen, der natürlich hofft, dass "Mau" so schnell als möglich wieder ins Training einsteigen kann.

Alle weiteren Akteure sind aber in die Vorbereitung gestartet - auch Zugang Philipp Schroeder, der urlaubsbedingt am Samstag beim Saison-Eröffnungsspiel gegen Fortuna Düsseldorf noch fehlte. Dazu werden in dieser Woche vier Akteure probeweise mittrainieren. Henßen: "Bis zu zwei Spieler würden wir gerne noch verpflichten. Immerhin haben wir statt wie bislang 30 in der Regionalliga gleich 36 Punktspiele. Dafür brauchen wir einen breiteren Kader als bislang."

Zur grundsätzlichen Ausrichtung in dieser verkappten Profiklasse merkt Henßen Folgendes an: "Natürlich werden wir nicht mehr so hoch verteidigen wie in der Mittelrheinliga. Doch nur auf Konter spielen wollen wir auch nicht." Als Beispiel für die künftige Spielweise führt der Coach das mit 2:0 gewonnene "Endspiel" beim Bonner SC an: "So, wie wir da gespielt haben, kann ich mir das auch für die Regionalliga vorstellen."

An der taktischen Grundausrichtung des 4-2-2-2 wolle er auch in der 4. Liga festhalten, kündigt Beecks sportlich Verantwortlicher an. "Natürlich sind wir in der Lage, das auch zu variieren. Ich möchte aber nicht so viel über Systeme reden. Systemfragen werden meiner Meinung nach gnadenlos überschätzt."

Viel wichtiger seien andere Dinge - so die mannschaftliche Geschlossenheit. Henßen: "Der Zusammenhalt im Team wird vielleicht unser größtes Plus werden. Jeder muss bereit sein, für den anderen Fehler auszubügeln - nur so werden wir bestehen." Auch Kapitän Berkigt glaubt nicht, dass eine (für das Team völlig ungewohnte) Niederlagenserie den Teamgeist beeinträchtigen könnte: "Ich bin mir sicher: Die Mannschaft ist so gefestigt, dass sie das wegstecken würde."

Mindestens genauso wichtig wird aber die körperliche Fitness werden. "Wir werden bis zum ersten Spiel so weit sein, dass wir das weit höhere Tempo in der Regionalliga mitgehen können", ist Henßen überzeugt. Generell werde es während der Spielzeit auch eine vierte wöchentliche Übungseinheit geben, kündigt er an. "Ein Beispiel: Wenn wir samstags spielen, treffen wir uns sonntags zur Regeneration."

Einer, der für Beeck schon 4. Liga gespielt hat, ist Johannes Walbaum: "Das war in der Saison 2005/2006 in der Oberliga Nordrhein. Wir sind damals vor allem wegen Konditionsmängeln abgestiegen. Da sind wir regelmäßig in der Schlussviertelstunde kräftemäßig eingebrochen. Genau das darf sich nun auf keinen Fall wiederholen - zumal die Regionalliga noch stärker ist als die damalige Oberliga", bekräftigt der Vizekapitän und bringt das Vorbereitungsziel plakativ auf den Punkt: "Die Regionalliga wird ein Überlebenskampf. Daher müssen wir alle nun konditionell ordentlich was draufpacken. Dafür müssen wir uns in jeder Einheit so richtig auskotzen, an die Grenzen gehen. Nur so können wir in dieser Klasse bestehen."

Erstes Testspiel: Kommenden Freitag, 3. Juli, 19 Uhr, im Beecker Waldstadion gegen Regionalligameister Borussia Mönchengladbach II.

(emo)
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