Lokalsport : Wie aus Colonia der TuS wurde

Der TuS Germania Kückhoven gehört zu den Traditionsvereinen in Erkelenz. Vor einem Jahrhundert wurde er gegründet – seitdem spielte der Klub zwölf Jahre in der Bezirksliga. Am Wochenende wird das Jubiläum gefeiert.

Fussball Bereits im Jahre 1910 gründeten Wilhelm Heinrichs, Wilhelm Franken, Hubert Mänz, Anton Meier, Gerhard Lemmen, und Konrad Görtz den Ballspielclub Colonia Kückhoven. Später traten dieser Vereinigung noch Jakob Franken, Martin Pisters, Josef Weirauch, Martin Gierlings und Josef Claßen bei. Erst im Frühjahr 1912 erhielt der Klub die behördliche Anerkennung ihrer Satzung. Der Name wurde geändert und der Verein als Spielverein 1912 Kückhoven in die Vereinsregister eingetragen. Die erste Vereinstracht in den Farben schwarz-weiß-rot wurde von einem Vereinsmitglied gestiftet. Als Fußballplatz wurde zeitweise die Sandgrube benutzt. Sie war jedoch zu weit vom Ort entfernt. Deshalb war der Klub froh, wenn Landwirte ihre Wiesen zur Verfügung stellten.

Zwischen 1922 und 1927 ruhte, von einigen Freundschaftsspielen mit den Nachbarorten abgesehen, der Verein. Erst im Jahre 1931 wurde gemeinsam mit dem Turnverein von den Geschwister Lievre eine Parzelle am Wockrather Weg gepachtet und von beiden Vereinen in Eigenleistung als Sportplatz hergerichtet. Beim Eröffnungsspiel gegen Fortuna Alsdorf wurde der Spielball vom langjährigen Vorstandsmitglied Anton Müschen aus einem Flugzeug abgeworfen.

  • Fußball : Neues Quintett für den TuS Germania Kückhoven
  • Fußball : Lokalderby: Kückhoven empfängt die Rheinländer
  • Fußball : Germania Kückhoven ist im Derby in der Favoritenrolle

Fusion im Jahr 1935

Am 14. April 1935 erfolgte die Fusion des Turnvereins Germania mit dem Sportverein zum Turn- und Spielverein Germania 1912 Kückhoven. Highlight der 100-jährigen Vereinsgeschichte war der erstmalige Aufstieg in die Bezirksliga im Jahre 1996. Mit zwölf Punkten Vorsprung auf Jahn Hilfarth hatte der TuS sich die Meisterschaft in der Kreisliga A Erkelenz gesichert.

Gleich in ihrer ersten Saison (96/97) in der Bezirksliga belegte die Germania hinter Aufsteiger FC Wegberg-Beeck II den zweiten Platz, der für die Relegation zur Landesliga berechtigte. Gegner waren hier der Landesligist SV Breinig sowie die beiden weiteren Bezirksligisten Germania Dürwiß und TuS Schmidt, der sich in der Vierergruppe durchsetzte und als Nachrücker den Aufstieg in die Landesliga schaffte.

Auch im zweiten Jahr in der Bezirksliga lief es prächtig für die Germania. Rang zwei und die damit verbundene Relegation verfehlte sie bei gleichviel Punkten mit der Zweiten Mannschaft von Germania Teveren wegen der um fünf Treffer schlechteren Tordifferenz. Sechs weitere Jahre in der Bezirksliga folgten.

In der Saison 2002/03 konnte der Abstieg so gerade noch verhindert werden (13.). Im Jahr darauf war dieser dann aber nicht mehr zu vermeiden. Fünf Spielzeiten verweilte der Klub dann in der Kreisliga A, ehe ihm 2009 der zweite Aufstieg zur Bezirksliga glückte. Drei Bezirksligajahre mit Mittelfeldplätzen folgten. In der seit dem 26. August laufenden neuen Saison, die insgesamt zwölfte in der Bezirksliga, zählt die Germania zu den Aufstiegsaspiranten.

Im Kreispokal des Alt-Fußballkreises Erkelenz sorgten die Germanen für wenig Aufsehen. Seit es den Großkreispokal gibt (Saison 2001/02), gelang ihnen in den Spielzeiten 2006/07 und 2011/12 immerhin der Sprung ins Viertelfinale. Für eine dicke Überraschung hatte das Team in der Saison 06/07 im Achtelfinale gesorgt, als es Verbandsligist FC Wegberg-Beeck durch ein 1:0 aus dem Pokal warf.

Jubiläumsspiel gegen Uerdingen

Im Jubiläumsjahr schaffte die Mannschaft dann erstmals den Sprung ins Halbfinale zog hier aber gegen Beeck mit 0:5 den Kürzeren. Dennoch schien der Mittelrheinpokal greifbar. Doch im Spiel um Platz drei ließen sich die Schützlinge von Trainer Hermann-Josef Lambertz vom A-Ligisten 1. FC Heinsberg/Lieck überraschen (0:1). Im Jubiläumsspiel zum Hundertjährigen traf die Germania auf den KFC Uerdingen 05. Der Oberligist siegte vor rund 400 Zuschauern mit 5:0.

(haru)