Fußball : Neue Gelb-Regel löst widersprüchliche Reaktionen aus

Auch in der Kreisliga A Heinsberg werden Spieler ab der nächsten Saison nach der fünften Gelben Karte automatisch für eine Partie gesperrt.

Bei der Tagung des Verbandsauschuss des Fußball-Verbandes Mittelrhein wurde kürzlich über eine Neuerung abgestimmt. Heraus kam dabei, dass  ab der Spielzeit 2020/2021 auch in der Kreisliga A die Regel gilt, dass ein Spieler nach der fünften Gelben Karte im laufenden Spielbetrieb für ein Spiel gesperrt wird. Bislang galt diese Regelung lediglich ab der Bezirksliga aufwärts. Auch wenn die Regeländerung erst nach den Sommerferien relevant wird, haben die Trainer und Verantwortlichen der betroffenen heimischen Vereine schon eine Meinung dazu.

„Wie fast alles im Leben, hat auch diese Geschichte zwei Seiten. Zum einen finde ich es gut, wenn ein Spieler, der sich fünf Gelbe eingebrockt hat, dafür auch bestraft  wird. Andererseits ächzen viele Vereine sowieso   schon über eine dünne Personaldecke. Da könnte die Sache für so manchen Club  deutlich negative Folgen haben“, sagt Dirk Valley in seiner Funktion als Trainer vom TuS Germania Kückhoven. Ähnlich sieht es sein Trainerkollege Nils Brandt, der bei Roland Millich die Verantwortung trägt: „Irgendwie finde ich es schon etwas übertrieben, aber dennoch ist es korrekt, wenn ein Aktiver nach fünf Verwarnungen mal pausiert.“

Einige Vereinsvertreter haben sich indes noch gar nicht so intensiv mit dem Thema befasst, wie auch Thomas Portz, der das Amt des Vorsitzenden beim SV Niersquelle Kuckum bekleidet: „Ich hab mir da ehrlich gesagt noch keine tiefgehenden Gedanken gemacht. Ich sage zum jetzigen Zeitpunkt, dass es übertrieben ist. Wenn aber der Fußballkreis es so  gut geregelt hinbekommt, wie die Strafen nach einer Ampelkarte, ist es wohl in Ordnung.“ Ins gleiche Horn wie Dirk Valley, was die Personaldecke angeht, bläst auch Portz: „Bei unserer langen Verletztenliste zuletzt wäre so eine Sperre natürlich hart gewesen.“

Ein Anhänger der neuen Regelung mit der automatischen Sperre  nach der fünften Gelben Karte ist Walter Marienfeld. Der Trainer von Germania Teveren II sagt: „Ich finde die Regel gut. Wer sich fünf Verwarnungen erarbeitet, der sollte für ein Spiel gesperrt werden.“ Im Übrigen fände es Marienfeld auch sehr gut, wenn Sperren in der Zukunft nicht mehr nach Wochen abgegolten würden, sondern nach Spieltagen. Eine solche Regeländerung wird schon seit längerem diskutiert. Wie einige andere Vereinsvertreter hat sich auch der Vorsitzende des SV Golkrath, Helmut Mertens, noch nicht wirklich mit der Thematik beschäftigt. Mertens findet es aber „nicht schlecht, wenn das in Kreisliga A eingeführt wird“. Allerdings ist Mertens noch nicht zu 100 Prozent von der Sache überzeugt: „Im Moment würde ich sagen, dass ich die Neuregelung mit 60 zu 40 Prozent gut heiße. Den Rest wird dann die Erfahrung zeigen.“