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Fußball: Weit besser mitgehalten als vor zwei Jahren

Fußball : Weit besser mitgehalten als vor zwei Jahren

Regionalliga: Gegenüber dem ersten Jahr in der 4. Liga zeigte sich der FC deutlich verbessert. Es war aber noch weit mehr drin.

Übel hatte die Saison für Beeck begonnen: Bei Fortuna Düsseldorf II gab's ein 1:6. Kein Wunder, dass da sofort die Befürchtung aufkam, die Schwarz-Roten würden ein ähnliches Kanonenfutter abgeben wie zwei Jahre zuvor bei ihrem ersten Anlauf. Doch weit gefehlt. Denn die Auftaktniederlage war auch Resultat der zwangsläufig zu kurzen Regeneration und Vorbereitung. Von daher betrachtete Teamchef Friedel Henßen letztere auch erst mit dem Heimspiel gegen den späteren Meister KFC Uerdingen (1:2) für abgeschlossen - da war die Saison schon drei Wochen alt.

Mit diesem Spiel war der FC in der Liga angekommen. Eine Woche darauf feierte er mit dem 2:1 bei Kölns U 21 auch schon den ersten Sieg. Es sollte der Auftakt goldener Wochen sein: 16 Punkte holte Beeck da aus zehn Spielen. Die Serie fand ihre Krönung (und zugleich aber auch ihren Abschluss) am 13. Oktober mit einer rauschenden Ballnacht im Waldstadion: Beim 3:1 gegen Rödinghausen lieferte Beeck seine beste Saisonleistung ab. Es war ein Duell voller Leidenschaft und Emotionen - und zur Belohnung kletterte Beeck auf den elften Rang, die beste Platzierung überhaupt in den beiden Regionalligajahren.

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Vom Schwung dieses Spiels war auf Beecker Seite vier Tage später rein gar nichts übrig geblieben. Da verlor ein pomadig auftretender FC das Erstrundenspiel um den Mittelrheinpokal beim ewigen Rivalen Borussia Freialdenhoven 1:2 - der Auftakt äußerst magerer Wochen. Rein ergebnistechnisch setzte es direkt im nächsten Punktspiel den Tiefpunkt: 0:7 bei Viktoria Köln.

Doch auch danach war Magerkost angesagt: Bis auf das 1:1 in Oberhausen holte Beeck bis zum Jahresende keinen Punkt mehr. Zweimal stimmte aber die Leistung. Das völlig unverdiente 0:3 gegen den direkten Konkurrenten Fortuna Düsseldorf II (das Ergebnis war angesichts des Spielverlaufs blanker Hohn) und das ebenfalls sehr unglückliche 0:2 bei Borussia Dortmund II waren daher mehr als ärgerlich - erst recht das 2:3 im so wichtigen Sechs-Punkte-Spiel gegen Erndtebrück, als Beeck die erste Hälfte komplett verpennte. Statt durchaus möglicher sieben Zähler stand aus diesen drei Partien so kein einziger zu Buche.

Zum Start ins neue Jahr war der FC dann plötzlich auch noch von einer gravierenden Schwäche bei gegnerischen Standards befallen. Sowohl beim 1:5 in Wiedenbrück als auch beim 2:5 in Wattenscheid, wo Beeck auf schwer bespielbarem Untergrund spielerisch aber durchaus zu gefallen wusste, resultierten die meisten Gegentore aus ruhenden Bällen. Dank fünf Punkten aus den Partien gegen Rhynern (1:0), Wuppertal (0:0) und bei Mönchengladbach II (1:1) sowie der ebenfalls mächtig schwächelnden Konkurrenz blieb Beeck aber auf Schlagdistanz. Bis zum 17. April. Da verlor der FC das Nachholspiel beim direkten Konkurrenten Bonner SC 1:2 - das Ende aller realistischen Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Mit dem 4:1 in Erndtebrück, durch das Beeck noch auf Platz 16 kletterte, nahm die Saison ein versöhnliches Ende.

So feierte dann auch Joshua Holtby einen gelungenen Ausstand - der Gerderather Jung versucht sein fußballerisches Glück nun bei Alemannia Aachen. Von dem einen Jahr in Beeck profitierten sowohl Holtby als auch der FC nachhaltig. "Wir wissen, was wir an Joshua haben. Er weiß umgekehrt aber auch, was er an uns hat" - das hat Henßen nicht nur einmal betont. Und so war es auch: Beeck bot Holtby die Nestwärme, die er für sein Spiel wohl auch benötigt. Bleibt abzuwarten, ob er selbige auf dem Tivoli auch bekommen wird. Zu wünschen ist es ihm.

Und Sahin Dagistan, der zu B-Ligist Ay-Yildizspor Hückelhoven wechselt, bleibt zu wünschen, dass er sich nicht rasend schnell dem in dieser Liga vorherrschenden Niveau anpasst - so etwas kann nach unten erfahrungsgemäß schon mal recht flück passieren.

Abseits des Spielfelds liefen beim FC die Fäden bei Geschäftsführer Thomas Klingen zusammen - und der zieht ein positives Fazit: "Es hat sich alles eingespielt; jeder wusste, was er zu tun hatte. Und die Zusammenarbeit mit der Polizei war mehr als angenehm. Da konnte man vieles mit einem Telefonat erledigen."

30 bis 60 Ordner und Sicherheitskräfte waren bei den Spielen im Waldstadion im Einsatz. Dort wurden mehr Zuschauer als in der ersten Regionalligasaison gezählt. Verfolgten seinerzeit im Schnitt 400 die Spiele, waren es diesmal 540.

(emo)