Was Hermann Kraut Zahnschmerzen bereitete

Am Freitagabend hätte Hermann Kraut einen Dentisten gut gebrauchen können. „Ich hatte schon vor dem Spiel Zahnschmerzen“, bekannte der Coach Germania Teverens beim Auftaktspiel der Mittelrheinliga gegen den FC Wegberg-Beeck – und schob den Grund auch gleich nach: „Ich wusste halt, dass uns Beeck in der Luft haushoch überlegen ist. So lange Kerls wie Michael Meven, Dominik Jansen und Philipp Hansen haben wir einfach nicht. Von daher war es auch nicht überraschend, dass wir hinten nahezu jedes Kopfballduell verloren haben.“

Weil das umgekehrt auch sein FC-Kollege Josef Küppers wusste, ließ der – speziell in der zweiten Halbzeit – bevorzugt lange Bälle spielen. Mit durchwachsenem Erfolg. „Wir haben zwar in der Tat fast alle Luftduelle gewonnen, jedoch nicht den folgenden zweiten Ball“, analysierte Arian Berkigt richtig. Folglich verpufften so viele Angriffe. „In der zweiten Halbzeit war es ein reines Kampfspiel, das technisch auf keinem hohen Niveau mehr stand“, brachte es Küppers auf den Punkt.

Das hatte vor dem Seitenwechsel eine halbe Stunde lang ganz anders ausgehen – dank der Kleeblätter, die den Ball ansehnlich zirkulieren ließen und in dieser Phase auch genügend Chancen kreierten. „Da haben wir auch einfach zu viel Respekt gehabt. Immerhin betreten die meisten meiner Jungs mit dieser Klasse Neuland“, befand Kraut.

Die größte Chance zum Ausgleich hatte dabei ausgerechnet Jochen Vogels, der bis zum Sommer fünf Jahre das Beecker Trikot getragen hatte. Seinen Flachschuss aufs leere Tor kratzte Sven Regn soeben noch von der Linie. „Klar hätte ich das Ding gerne gemacht, aber der Winkel war schon etwas spitz geworden“, merkte Vogels an, der zentral hinter den Spitzen spielte. Ob er das Tor denn gerade gegen Beeck gerne geschossen hätte? „Nein, damit hat das eigentlich weniger zu tun“, versicherte er.

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Den umgekehrten Weg war im Sommer Lucas Domgörgen gegangen – er wechselte vom Heide- ins Waldstadion. „Für mich war das aber dennoch kein so besonderes Spiel, auch wenn es grundsätzlich mehr Spaß macht, wenn man gegen Bekannte spielt“, meinte er.

Und dann war da noch Beecks Michael Meven, der drei Jahre lang auch schon mal für die Germania gespielt hatte. Der Torjäger rackerte für seine Verhältnisse ungewöhnlich viel, zeigte zudem auch beachtliche Vorbereiterqualitäten. „Ja, ich war heute schon richtig heiß. Ich wollte unbedingt gewinnen – gerade auch, weil mein Abgang hier damals nicht so schön war. Da bin ich von einigen menschlich enttäuscht worden.“

(RP)