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Volleyball: Wie ein 14-Jähriger zu seinem Debüt in der Oberliga kam

Oliver Wachtel spielt bei den Herren des VC Ratheim : Wie ein 14-Jähriger zu seinem Debüt in der Oberliga kam

Oliver Wachtel ist 14 Jahre alt – und seit einigen Tagen Oberliga-Spieler des VC Ratheim. Das Talent gehört inzwischen zum Volleyball-Landeskader und träumt von einer Profikarriere. Die Begeisterung für Volleyball hat er derweil von seinem Vater: Der spielt ebenfalls für den VC.

Mit 14 Jahren befinden sich die meisten Jugendlichen in der Findungsphase für ihre Zukunft: Wo möchte ich hin, was möchte ich im Leben erreichen? Für Oliver Wachtel steht eine Sache aber bereits fest: Volleyball ist aktuell sein Lebensmittelpunkt und soll es auch bleiben. Und dass er sich da auf dem richtigen Weg befindet, zeigte sich vor einigen Tagen: Wachtel kam mit seinen erst 14 Jahren für den VC Ratheim zu seinem ersten Einsatz in der Senioren-Oberliga. Es war zudem ein erfolgreiches Debüt, denn Ratheim gewann mit 3:1 gegen den Verberger TV. Und Oliver Wachtel hat weitere große Ziele im Volleyball.

 Oliver Wachtel und sein Vater Maxim, beide sind nun Volleyballer der ersten Mannschaft des VC Ratheims.
Oliver Wachtel und sein Vater Maxim, beide sind nun Volleyballer der ersten Mannschaft des VC Ratheims. Foto: Wachtel

Seit der Heinsberger denken kann, dreht sich sein Alltag um das Spiel am Netz: Aktuell spielt er in der U18 des VC Ratheim – auch wenn er aufgrund seines Alters eigentlich in die U16 gehört. Der VC hat das junge Talent allerdings erkannt und ihn in die höhere Jugendmannschaft berufen. Seine Begeisterung für Volleyball liegt derweil in der Familie: Vater Maxim gehört als Mittelblocker zur Oberliga-Mannschaft des VC Ratheim, auch Olivers zwei Jahre älterer Bruder Valéri hat eine Begabung am Netz. Die beiden Geschwister haben schon einige Male mit den Oberligisten trainiert und stellen trotz ihres jungen Alters ernsthafte Optionen für die erste Mannschaft dar. Am 4. Spieltag gegen Velbert war es dann vor knapp einer Woche so weit: Valéri Wachtel begleitete die Mannschaft als Mittelblocker-Ersatz für seinen verhinderten Vater, Bruder Oliver durfte für kurze Zeit auf dem Spielfeld sogar mitwirken. Da die Oberligisten seit Langem mit Personalproblemen zu kämpfen haben, wurde Oliver Wachtel als dritter Zuspieler gesetzt. Als der Sieg des dritten Satzes gesichert war, entschied Trainer Markus Jahns, Oliver Wachtel für den letzten Ball einzusetzen. „Ich habe mich extrem darüber gefreut, gerade weil ich damit nicht mehr gerechnet hatte“, sagt Oliver Wachtel, „meine Beine haben anfangs gezittert, da ich sehr aufgeregt war, aber es hat mir so viel Spaß gemacht.“

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Im Training der Oberliga-Mannschaft möchten er und sein Bruder weiterhin so oft es geht teilnehmen und dem VC damit treu bleiben. Oliver Wachtel würde sonst aber gerne zum SC Moers wechseln, der für seine Altersklasse besser aufgestellt ist. „Erfahrungen in der Oberliga zu sammeln, macht für mich aber noch mehr Sinn: Die Erwachsenen spielen auf einem höheren Niveau, schon im Training lerne ich viel dazu“, sagt er.

 Vater Maxim Wachtel links beim Block im Oberliga-Spiel des VC 99 Ratheim gegen KT Köln in der Saison 2019.
Vater Maxim Wachtel links beim Block im Oberliga-Spiel des VC 99 Ratheim gegen KT Köln in der Saison 2019. Foto: Nipko

Nur bei weiteren Einsätzen in der Oberliga soll es für ihn nicht bleiben: Das junge Talent wurde für den Landeskader von NRW ausgewählt. Außerdem möchte er es irgendwann in die Jugendnationalmannschaft schaffen und Volleyball beruflich verfolgen.

Für seine Leidenschaft hat Oliver Wachtel seinen Alltag angepasst, in den Camps des Landeskaders trainiert er bis zu zweimal am Tag. Die Unterstützung der Eltern sieht der 14-Jährige dabei nicht als selbstverständlich an: „Ich bin sehr froh, dass ich zu allen Trainingseinheiten und Wettkämpfen gefahren werden kann, auch wenn das zeitintensiv ist und einige Stützpunkte manchmal sehr weit weg sind.“ Wenn für ihn alles nach Plan läuft, sind diese Fahrten aber sowieso begrenzt: Oliver Wachtel träumt davon, über die Sichtung des Landeskaders auf das Sportinternat in Frankfurt zu wechseln, damit er sich noch intensiver dem Volleyball widmen kann.