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Volleyball: VC Ratheim verspielt Führung, siegt aber dennoch gegen Hürth

Sieg nach fünf Sätzen : Ratheim verspielt Führung, siegt aber dennoch

Volleyball: Mit 2:0 führt Oberligist Ratheim bereits gegen den Vorletzten TVA Hürth III, macht den Sieg aber erst im Tiebreak klar.

Wenn man sich bei den Volleyballern des VC Ratheim in dieser Saison auf eines verlassen kann, dann darauf, dass man sich nicht auf sie verlassen kann. Und das war auch im Heimspiel gegen den TVA Hürth III wieder so: Denn nachdem Ratheim die ersten beiden Sätze zu seinen Gunsten entschieden und sich eine Großzahl des Publikums bereits mit einem 3:0-Sieg angefreundet hatte, wendete sich mal wieder das Blatt.

„Wir schaffen es momentan einfach nicht, unsere Leistung mal über drei Sätze konstant aufs Parkett zu bringen“, resümierte der verletzte Libero des VC Ratheim, Markus Becker. Und so machte sich der Tabellenvierte das Leben gegen den Ligavorletzten selbst schwer, musste über zwei Stunden hart arbeiten, ehe der knappe 3:2-Erfolg (25:14, 25:23, 21:25, 23:25, 16:14) feststand.

Insgesamt war es das sechste Tiebreak-Spiel für den VC, der in der Liga bisher mit Abstand die meisten Sätze gespielt hat. Nach zwölf Partien haben die Ratheimer mittlerweile schon 51 Durchgänge auf dem Konto, Spitzenreiter Dürener TV im Vergleich bei einem Spiel weniger erst 39. Ein anderer Vergleichswert dazu: Erst dreimal in dieser Spielzeit spielten die Ratheimer nur die Minimalzahl an Sätzen, nur einmal, beim 3:0-Erfolg gegen Schlusslicht SV Wipperfürth, verließen sie das Feld als Sieger.

Woran genau das liegt, ist Spekulation, doch gegen Hürth III zeigten sich zwei Dinge erneut deutlich. Erstens: Nach der 2:0-Satzführung wurden die Gäste nicht besser, sondern die Ratheimer nachlässiger in ihrer Chancenverwertung. Zweitens: Stellen sich die Gegner erst einmal auf die Spielweise des VC ein, fällt diesem relativ wenig ein, um seine Gegner weiter unter Druck zu setzen.

„Dass wir wieder fünf Sätze für den Sieg benötigt haben, war total unnötig“, resümierte VC-Trainer Hans Steffens. An seinem Ersatz, Felix Jansen, lag es zumindest nicht, dass es für den VC mal wieder in den Entscheidungssatz ging, denn Jansen machte seinen Job in Annahme und Abwehr gut, sorgte mit einigen spektakulären Abwehraktionen dafür, dass die Hürther Angreifer nicht allzu leichtes Spiel hatten. Dennoch schafften es die Gäste, den 0:2-Satzrückstand aufzuholen und somit schon mal einen Punkt auf ihre Habenseite zu bringen. Im Tiebreak war es dann eine Partie auf Augenhöhe, in der sich kein Team einen entscheidenden Vorteil erarbeiten konnte. Beim letzten Seitenwechsel stand es 8:8, dann führten die Ratheimer mit 11:9, um postwendend mit 11:13 in Rückstand zu geraten.

Beim 13:14 sahen sich die Gastgeber sogar einem Matchball der Hürther gegenüber, den sie dann allerdings abwehrten, um ihrerseits ihren ersten zum 16:14 nach 2:09 Stunden Spielzeit zu verwandeln. „Trotz des Sieges haben wir nicht zwei Punkte gewonnen, sondern einen Punkt verloren“, resümierte Becker. Und das war auch schon in der Hinrunde so: Damals hatten sich beide Teams bereits ein ähnlich packendes Spiel geliefert – mit dem gleichen Ergebnis für den VC Ratheim. Und auch da zeigte sich: Beim VC kann man sich in dieser Saison nur auf eines verlassen, und zwar, dass man sich auf ihn nicht verlassen kann.