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Volleyball-Oberligist VC Ratheim kassiert 0:3-Niedrelage gegen Bayer Wuppertal

Volleyball : Wundertüte Wuppertal hinterlässt Ratlosigkeit

Volleyball: Oberligist VC Ratheim kassiert 0:3-Heimniederlage gegen die Werkssechs und liefert ganz schwache Leistung ab.

In einem waren sich viele der Zuschauer einig: „So chaotisch wie heute habe ich die noch nie spielen sehen“, hieß es schon während der Partie der Oberliga-Volleyballer des VC Ratheim gegen den SV Bayer Wuppertal. Und ins gleiche Horn blies auch VC-Libero Markus Becker nach der deftigen 0:3-Niederlage (19:25, 19:25, 25:27): „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, wird wohl nochmal intern Thema sein, denn so eine Leistung ist schlichtweg inakzeptabel.“ Und da wollte es der Abwehrspezialist auch nicht als Ausrede gelten lassen, dass mit Felix Jansen und Max Wachtel kurzfristig noch zwei Spieler ausfielen und VC-Trainer Hans Steffens nur acht Akteure zur Verfügung standen, darunter drei leicht angeschlagene und Zuspieler Marcel Steffens, der nach seiner Fußverletzung im September erst ein Training absolviert hat. „Wir haben in der Partie gegen Windeck eindrucksvoll bewiesen, dass ein kleiner Kader kein schlechtes Omen sein muss, aber dieses Mal hat es leider nicht so gut geklappt.“

Im Klartext heißt das: Der VC Ratheim stand auf verlorenem Posten. Von Beginn an fanden die Hausherren kein probates Mittel, um die Wuppertaler in Bedrängnis zu bringen. Die waren zwar auch nur mit dünner Besetzung angereist, machten aus dieser Situation aber das Beste. Mit ihrer unaufgeregten Art, Volleyball zu spielen, waren sie den Ratheimern an diesem Tag eindeutig überlegen, ohne an ihr Leistungsmaximum gehen zu müssen. Denn den Rest erledigte der VC selbst: „Die Annahme war instabil, die Feldabwehr bereits im Winterschlaf, der Block immer einen Schritt zu spät und im Angriff fehlte die Cleverness und die Aggressivität“, resümierte Becker, „wir haben auf allen Positionen gewackelt – und dass diese Kombination kein Erfolgsrezept sein kann, dürfte wohl jedem klar sein.“

Und so hatten die Wuppertaler leichtes Spiel: Beim 7:6 übernahmen sie im ersten Durchgang die Führung, die sie dann zum entscheidenden Moment des Satzes ausbauten. Nach 18:18 zogen sie auf 21:18 davon, beim Stand von 24:19 hatten sie fünf Satzbälle, von denen sie gleich den ersten nutzten. Der zweite Durchgang verlief dann noch klarer für die Gäste: Beim 16:9 hatten sie schon sieben Punkte Vorsprung – Zeit, um ein Comeback zu feiern: Trainer Hans Steffens schickte seinen Zuspieler-Sohn Marcel ins Rennen, der seit Ende September kein Spiel mehr bestritten hatte. Der fügte sich gleich mit einer gelungenen Einerblockaktion ein und zeigte auch im Spielaufbau, warum er eine wichtige Stütze des Ratheimer Spiels ist, doch eine Trendwende konnte auch er nicht einleiten: Beim 11:20 lagen die Gastgeber mit neun Punkten aussichtslos zurück, und in der Gestik und Mimik der Spieler war schon so etwas wie Ratlosigkeit zu erkennen.

Doch urplötzlich zeigten die Ratheimer, warum sie zurecht die letzten drei Partien gewonnen haben und auf dem vierten Platz in der Tabelle stehen: In einer der stärksten Phasen der Partie kamen sie bis auf 19:22 heran, so dass noch einmal Hoffnung aufkeimte, doch Wuppertal machte diese schnell zunichte, verwandelte erneut den ersten von fünf Satzbällen zur 2:0-Führung. Im dritten Durchgang schien es so, als ob der VC doch noch in die Spur finden würde: 11:6, 13:9 und 22:20 lagen die Hausherren in Führung, beim Stand von 22:22 glichen die Gäste aus dem Bergischen allerdings wieder aus, hatten beim 24:23 ihren ersten Matchball und beim 26:25 den zweiten, den sie dann verwandelten – besser gesagt: vom VC Ratheim verwandeln ließen. „Dass wir den Satz noch abgegeben haben, passt zu so einem Spiel“, resümierte Becker, „da waren sich eigentlich alle sicher, dass wir den gewinnen würden.“

Fakt bleibt aber: Die Wundertüte aus Wuppertal hat ihrem Ruf als unberechenbares Team mal wieder alle Ehre gemacht. Und aus Ratheimer Sicht bliebt die Erkenntnis: Bei Spielen gegen Wuppertal gleicht keins dem anderen, obwohl auch schon einige chaotische dabei waren.