Volleyball: Mit Ehrgeiz will Oberligist VC Ratheim den Spitzenreiter ärgern

Volleyball : Mit Ehrgeiz den Spitzenreiter ärgern

Volleyball: Schweres Spiel für Oberligist Ratheim – ab 17 Uhr gastiert man bei Primus Dürener TV II, der in dieser Saison erst eine Niederlage kassiert hat.

Für Markus Becker gehört Sport seit er denken kann zu seinem Leben dazu. Als Jugendlicher verdiente er sich Meriten im Leichtathletik, holte Titel bei Meisterschaften und hält immer noch einige bis heute gültige Kreisrekorde im Kreis Heinsberg. Sein Erfolgsrezept: Ehrgeiz und unbändiger Siegeswille. Deshalb dürfte es auch nicht verwundern, dass es für Becker heute um mehr als eine Frage der Ehre geht, wenn die Oberliga-Volleyballer des VC Ratheim beim Ligaprimus Dürener TV antreten. „Ich fahre dahin, um zu gewinnen“, sagt der Libero, „und nicht, um das Spiel kampflos abzuschenken, sondern um das Beste herauszuholen und vielleicht den ein oder anderen Punkt zu entführen“. Dass das keine leichte Aufgabe wird, das will Becker nicht verhehlen, aber chancenlos sieht er sein Team nicht: „Natürlich ist Düren der Topfavorit der Liga, was acht Siege aus neun Spielen zeigen, aber die Niederlage in Wipperfürth hat auch gezeigt, dass Düren nicht unschlagbar ist“, sagt Becker. Ansonsten sind die Dürener ihrer Favoritenrolle gerecht geworden, haben bei ihren Siegen nur sechs Sätze abgegeben. Garanten für diesen Siegeszug sind auch die Barthel-Brüder, von denen der größere Dennis die Erfahrung von fünf Jahren in der Bundesliga in die Waagschale werfen kann. Als jüngster Profi aller Zeiten bei den powervolleys Düren beendete er bereits im Alter von 21 Jahren seine Profikarriere, um sich seinem Studium und einer gesicherten beruflichen Laufbahn zu widmen. Seitdem spielt er gemeinsam mit seinem Bruder in der Reserve der Dürener, eilt in dieser Saison von Sieg zu Sieg. „In der vorherigen Saison waren sie hinter Aufsteiger FCJ Köln das Maß der Dinge in der Liga, dieses Mal sind sie das Maß der Dinge“, sagt Becker.

Aber trotz des dicken Brockens, der heute ab 17 Uhr auf die Ratheimer wartet, ist Becker zuversichtlich: „Trotz der Niederlage gegen Köln in der Vorwoche ist die Stimmung bei uns gut, schließlich haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt. Wenn wir jetzt noch in einigen Situationen mit etwas mehr Konsequenz zur Sache gehen und etwas weniger Pech auf unserer Seite haben, dann ist auch in Düren was für uns drin.“ Ein Fingerzeig, dass der VC-Libero mit dieser Einschätzung Recht hat, ist auch das Hinspiel zum Auftakt der Saison, das die Ratheimer zwar mit 1:3 verloren, dabei aber schon in vier engen Sätzen aufzeigten, wie man gegen den Tabellenführer an den Rand einer Niederlage bringen kann. Und dabei war Ratheim damals nicht in Bestbesetzung – eine Parallele, die auch für das heutige Rückspiel gilt. „Uns fehlen mit Mannschaftskapitän Philipp Rumpf und Axel Borchwaldt zwei sehr erfahrene Spieler“, weiß Becker, „aber trotzdem oder vielleicht sogar wegen dieser Konstellation werden wir hochmotiviert sein.“ Zumal die Truppe von Trainer Hans Steffens in der Vergangenheit oft ihre besten Spiele immer dann gemacht hat, wenn es personell eng war und die wenigsten es erwartet haben. In guter Erinnerung ist da noch das Auswärtsspiel im November beim starken Aufsteiger Windeck, bei dem Ratheim am Abend vor der Partie mit Tobias Winkels noch einen Spieler reaktivieren mussten, um spielfähig zu sein. „Die Devise wird sein, das ganze Spiel über hochkonzentriert zu sein und sich nicht von den Gastgebern beeindrucken zu lassen“, gibt Becker die Marschrichtung vor, „wenn es uns dann gelingt, die Eigenfehlerquote gering zu halten und wir ein bisschen mehr Glück haben, wer weiß, welches Ass wir dann dieses Mal aus dem Ärmel zaubern.“

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