Aus Den Vereinen: Viktorianer wehren sich gegen drohende Sportplatzschließung

Aus Den Vereinen: Viktorianer wehren sich gegen drohende Sportplatzschließung

In der Mitgliederversammlung des SSV Viktoria Katzem wird ein Thema heiß diskutiert.

Im nächsten Jahr wird Viktoria Katzem 100 Jahre alt. Nach Feiern ist dem aktuell 278 Mitglieder starken Verein zurzeit aber nicht zumute - ganz im Gegenteil. Denn die eventuelle Schließung des Nysterbachstadions (wir berichteten in der Ausgabe am Freitag) schlägt bei den Viktorianern hohe Wellen. Kein Wunder daher, dass dies in der Mitgliederversammlung des Vereins am Freitagabend das klare Thema Nummer eins war, das heiß diskutiert wurde.

Fakt ist, dass die Stadt Erkelenz einen Bedarfsentwicklungsplan auf den Weg gebracht hat, in dem Daten über die Nutzungsintensität der Sportplätze gerade in den Außenorten gesammelt werden sollen - aus Kostengründen werden einige Plätze auf Dauer wohl nicht mehr unterhalten werden können. "Wir befinden uns aber erst am Anfang dieses Prozesses. Es sind noch keine Entscheidungen getroffen worden", hatte dazu der 1. Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen gegenüber unserer Redaktion erklärt.

Für Beruhigung sorgte diese Aussage im Viktoria-Lager aber nicht. "Wir befürchten, dass von den insgesamt drei Fußballplätzen in Lövenich und Katzem unserer geschlossen werden soll", erläuterte in der JHV Vorsitzender Franz-Josef Conen. Ein absolutes Alarmsignal sei die Herausnahme von 170.000 Euro aus dem Haushaltsplan der Stadt für das Jahr 2018 gewesen, nachdem dieser Posten in den Haushaltsplänen für 2016 und 2017 noch verzeichnet gewesen sei - jeweils für die sanierungsbedürftigen Umkleideräume im Nysterbach-Stadion.

"Wir hätten die Renovierung gerne auch schon direkt 2016 realisiert, haben der Stadt dafür auch Eigenleistung angeboten. Die sprach da aber von Ressourcenmangel. Daher ist diese Maßnahme immer weiter nach hinten verschoben worden", erklärte Conen.

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Christoph Moll, Ratsherr und Viktoria-Mitglied, merkte im vollbesetzten Viktoria-Treff einiges zur Arbeitsgemeinschaft an, die sich für diese Sportentwicklungsplanung konstituiert habe: "Aus dem Kultur- und Sportausschuss wurden dafür Personen rekrutiert. Aus Katzem und Lövenich ist da allerdings keiner drin. Wir wussten davon allerdings auch nichts." Die Namen der AG-Mitglieder seien ihm zwar bekannt, wolle er aber nicht nennen, da er nicht wisse, ob er dies öffentlich machen dürfe. Die AG habe auf alle Fälle eine "Empfehlung" zugunsten der Platzanlage in Lövenich gegeben - aus sechs Gründen: Erstens habe der Platz in Lövenich die bessere Lage, zweitens gebe es dort bessere Parkmöglichkeiten, drittens sei die Erreichbarkeit besser, viertens sei der Sanierungsbedarf dort kleiner als in Katzem, fünftens würden auch Katzemer Kinder die Grundschule in Lövenich besuchen und seien daher mit dem Ort vertraut, und sechstens würde die Grundschule die Lövenicher Anlage auch nutzen - im Unterschied zur Katzemer Anlage. "Für uns ist das eine denkbar schlechte Empfehlung", bekräftigte Moll.

"Wenn unser Platz geschlossen wird, dann stirbt auch unser Vereinsleben. Dabei sind wir der größte Verein im Ort", unterstrich Conen - und skizzierte die Leistungen, die der Verein in den vergangenen gut drei Jahrzehnten im Nysterbachstadion realisiert hat - angefangen mit der Platzerrichtung 1984. "Dadurch hat in unserem Verein ein Aufschwung auf allen Ebenen eingesetzt." Bereits im Jahr darauf wurde in Eigenleistung die Tribüne gebaut, 1992 die markante Sprecherkabine, der "Viktoria-Tower". Conen: "Und als dann 2006 in Katzem auch noch die letzte Kneipe dicht machte, haben wir den Viktoria-Treff errichtet, der für das Dorfleben eine sehr große Bedeutung hat. Auch das würde bei einer Schließung wegfallen."

Dass es beispielsweise parktechnische Engpässe am Nysterbachstadion gebe, sei zwar richtig. "Doch die sind durch eine Verkettung von Maßnahmen entstanden, die die Stadt selbst verschuldet hat - so das totale Halteverbot auf der angrenzenden Straße", heißt es in einem offenen Brief, den die Viktoria heute unter anderem Politik und Verwaltung zustellen wird. Darin wird auch gefordert, die besagten 170.000 Euro für 2019 wieder in den Haushaltsplan aufzunehmen. "Wir werden für den Erhalt unserer Platzanlage kämpfen", schloss Conen.

(emo)