Volleyball : Ratheim klar in der Favoritenrolle

Die Ratheimer Oberliga-Volleyballer reisen zum Rückspiel beim Aufsteiger Verberger TV. Die Gastgeber spielen gegen den Abstieg, haben allerdings jüngst durch einen Sieg gegen Bayer Wuppertal neues Selbstvertrauen geschöpft.

Acht Spieltage lang zierte der Verberger TV das Tabellenende der Volleyball-Oberliga. Doch pünktlich zum Ende der Hinrunde und zum Auftakt ins Spieljahr 2020 gab der Aufsteiger aus Krefeld die rote Laterne an die KT Köln ab, feierte mit dem 3:2-Auswärtserfolg bei Bayer Wuppertal seinen zweiten Saisonsieg. Ein Sieg, der aus Sicht des VC Ratheim zu Unzeiten kommt, denn das Team aus der ehemaligen Zechenstadt gastiert am Samstag ab 20 Uhr in Verberg, dürfte da also nun auf ein Team treffen, das dank des jüngsten Erfolges eine etwas breitere Brust haben dürfte als noch zuvor.

Dennoch reisen die Ratheimer als klarer Favorit in den Krefelder Vorort – aus drei Gründen. Zum einen verfügt der VC über die größere Erfahrung auf diesem Niveau als der Liganeuling, zum zweiten sprechen die bisherigen Saisonergebnisse eine eindeutige Sprache zu Gunsten der Ratheimer und zum dritten gewann der VC bereits das Hinspiel zum Saisonauftakt gegen Verberg locker mit 3:0. „Durch den Sieg der Verberger in der Vorwoche bekommt die Partie einen ganz anderen Charakter“, sagt VC-Libero Markus Becker, „dennoch nehmen wir die Favoritenrolle gerne an – und alles andere als ein Sieg wäre auch eine Enttäuschung“.

Oder noch viel mehr – und gerade das macht die Partie so besonders schwierig. Denn wer gegen ein Team aus dem Tabellenkeller spielt, steht unter dem speziellen Druck sich nicht zu blamieren und sich so zum Gespött der Liga zu machen. „Wir wissen, dass ein kleiner Einbruch in der Konzentration schon das Spiel zum Kippen bringen kann“, sagt Becker, „deshalb wird es darum gehen, Konzentration und Stimmung hochzuhalten.“ Da kommt es den Ratheimern sehr gelegen, dass sie mit voller Mannstärke nach Verberg reisen und so auf fast allen Positionen über Alternativen verfügen werden. „Bei einem Sieg könnten wir zwischen uns und die Abstiegsränge einen zweistelligen Punkteabstand bringen“, sagt der VC-Libero, „die Partie gegen Verberg ist also ein Sechs-Punkte-Spiel für uns.“

Für einen Verberger Spieler dürfte die Partie gegen den VC Ratheim am Samstag eine besondere werden: Dima Listau. Der Zuspieler der Verberger, der auch eine Zeitlang bei der DJK Rheinkraft Neuss als Angreifer gespielt hat, liebäugelte vor der Saison mit einem Wechsel in die ehemalige Zechenstadt, absolvierte beim VC ein Probetraining. Als die Verberger über den Umweg der Relegation dann aber doch noch den Sprung aus der Verbands- in die Oberliga schafften, blieb er seinem alten Team treu, das von seinem Bruder Sergej Listau trainiert wird. Dort wollte er Führungsspieler mit dafür sorgen, dass die Klasse gehalten werden kann. Ihm gilt vonseiten der Gäste ein besonderes Augenmerk, so dass es nach dem zehnten Spieltag nicht heißt: Tabellenvorletzter feiert zweiten Sieg in Folge und macht weiter Boden gut.