VC Ratheim vor dem Auswärtspiel beim TSV Germania Windeck

Volleyball-Oberliga : Unbekanntes Terrain für den VC Ratheim

Die Ratheimer Oberliga-Volleyballer müssen am Samstag die weite Reise nach Windeck antreten. Der dort heimische TSV profitierte in der Vergangenheit von seiner besonderen Halle, ist aber inzwischen in ein neues Domizil gezogen.

Flach spielen, hoch gewinnen – dieses Erfolgsrezept von Fußballikone Franz Beckenbauer war in den vergangenen Jahren auch das Mantra der Volleyballer des TSV Germania Windeck. Was anderes blieb den Siegerländern auch gar nicht übrig, denn die Deckenhöhe in ihrer Heimspielhalle in Herchen war so gering, dass sie dort nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Westdeutschen Volleyball-Verbandes spielen durften. Und diesen Heimvorteil wusste die Germania vortrefflich auszunutzen: Saisonübergreifend blieb sie länger als ein Jahr und in 19 Heimspielen in Folge unbesiegt, bis am 24. November 2018 die Oberliga-Volleyballer des VC Ratheim die lange Reise ins Siegerland antraten. Sie beendeten mit ihrem damaligen 3:1-Erfolg diese unglaubliche Serie und waren insgesamt das einzige Team der gesamten Liga, das dem späteren Vizemeister eine Heimniederlage beibrachten. Am Samstag müssen die Ratheimer wieder in Windeck antreten, aber unter anderen Voraussetzungen.

Die Windecker sind in der laufenden Saison weit von ihrer damaligen Dominanz entfernt, wohl auch, weil sie inzwischen in einer anderen Halle spielen - und die entspricht den Normen, muss also mindestens eine Deckenhöhe von sieben Metern haben. Unterschätzen sollten die Ratheimer den Vorjahreszweiten aber dennoch nicht, denn dass er über großes spielerisches Potenzial verfügt, zeigte er erst in der Vorwoche, als er der jungen Truppe vom Moerser SC eine 3:1-Niederlage beibrachte. Zum Vergleich: Der VC kassierte nur eine Woche zuvor bei den Moersern eine deftige 0:3-Klatsche. Allerdings scheinen diese Vergleiche nur wenig aussagekräftig zu sein, denn momentan zeichnet sich in der Liga ab, dass jeder jeden schlagen kann. Abgesehen vom FCJ Köln II, der mit fünf Siegen aus fünf Spielen und mit 15 Punkten einsam seine Kreise an der Tabellenspitze zieht, liegen zwischen Rang zwei, den der VC Ratheim (9) inne hat und dem Schlusslicht Verberger TV (4) gerade einmal fünf Zähler.

„Windeck ist nach seinen bisherigen Ergebnissen sehr schwer einzuschätzen“, sagt VC-Libero Markus Becker, „Niederlagen gegen Fortuna Bonn und KT Köln stehen Siege gegen PTSV Aachen, SolingenVolleys und Moers gegenüber.“ Zudem ist Windeck ein Sammelbecken für einige ganz erfahrene Spieler, die auch schon deutlich höher gespielt haben. „Für uns gilt es also, mal wieder eine clevere und mutige Spielweise zu kombinieren und wenig Fehler zu machen“, sagt Becker, „vor allem dürfen wir uns aber in keiner Phase des Spiels den Spaß nehmen lassen.“