Fußball : Union bittet Fortuna erneut zum Pokaltanz

Mittelrheinpokal: Landesligist Schafhausen trägt heute Abend, Anstoß 19.30 Uhr, sein Cupspiel gegen Drittligist Köln wie vor zwei Jahren erneut im Beecker Waldstadion aus. Damals siegten die Profis 3:0.

Ein ganz großes Spiel lieferte der damalige Bezirksligist Union Schafhausen am 24. Februar 2016 im Beecker Waldstadion vor knapp 1000 Zuschauern ab: Im Viertelfinale des als Bitburgerpokal gespielten Verbandspokals bot die Union dem Drittligisten Fortuna Köln einen mehr als beherzten Kampf, unterlag lediglich 0:3. Bis zur 40. Minute hielt der krasse Außenseiter das 0:0. Erst in der Schlussviertelstunde schossen die Kölschen die weiteren Tore. Davor hatte Unions Torjäger Kevin Busch gar eine große Ausgleichschance gehabt.

"Wir haben alles rausgehauen, was möglich war", sprudelte es damals aus Unions Trainer Jochen Küppers heraus. Fortunas eloquenter Coach Uwe Koschinat sekundierte bereitwillig: "Großes Kompliment für Schafhausen nicht nur für die tolle kämpferische und leidenschaftliche Leistung. Auch das taktische Niveau war ganz groß." Einziger Misston eines ansonsten rundum gelungenen Abends war eine rücksichtslose Attacke des damaligen Fortuna-Kapitäns Daniel Flottmann, mit der er Schafhausens David Jennissen für einige Monate in den fußballerischen Krankenstand beförderte.

Heute Abend sehen sich die Kontrahenten an gleicher Stätte wieder. Erneut im Mittelrheinpokal, diesmal aber bereits in der ersten Runde - und die Union ist nun Landesligist. Auf Schafhausener Seite sind die meisten der damaligen Beteiligten auch heute noch dabei - allen voran natürlich Obmann Hermi Jansen. "Diesmal hätte ich eigentlich lieber Alemannia Aachen gehabt", bekennt der "Mister Union".

Direkt nach der Auslosung rief ihn Beecks Boss Günter Stroinski an. "Da klar war, dass wir dieses Spiel mangels Flutlicht nicht bei uns zuhause austragen können, haben wir uns schnell darauf verständigt, wieder in Beeck zu spielen. Im Waldstadion gibt es für so ein Spiel kreisweit nun einmal die besten Bedingungen", führt Jansen aus.

Seit dem damaligen Pokalspiel verbindet Beeck und Schafhausen eine echte Freundschaft. Das zeigte sich zum Beispiel vergangenen Juni bei Beecks 4:1-Aufstiegsspiel am letzten Spieltag der Mittelrheinliga daheim gegen Viktoria Arnoldsweiler, als der bestens gelaunte Union-Tross nach seinem zwei Stunden früher angepfiffenen Spiel in Gerderath mit dem Planwagen nach Beeck rollte und dort die Kleeblätter fortan lautstark unterstützte.

Just, als die Schafhausener angekommen waren und die ersten Biere geordert hatten, erzielte ausgerechnet Beecks Schafhausener Jung Simon Küppers direkt vor ihrer Nase das erlösende Tor zum 3:1 - was am Ballfangzaun eine heftige Bierdusche auslöste, die Küppers aber nur zu gerne entgegennahm.

Das zeigte sich dann auch im Juli, als beide Vereine gemeinsam eine gründliche Besichtigung einer Korschenbroicher Brauerei vornahmen - der Abend endete morgens um fünf in der Oberbrucher Altstadt. "Eine überragende Aktion", denkt Hermi Jansen sehr gerne daran zurück. Er selbst ist bei Beecks Regionalligaspielen ständiger Gast im Waldstadion, verfolgte vergangenen Dienstag auch Beecks Pokal-Aus in Freialdenhoven vor Ort.

Mit so vielen Zuschauern wie vor knapp zwei Jahren rechnet Unions Obmann heute nicht: "Wenn es 600 werden, sind wir zufrieden. Das DFB-Pokalspiel Düsseldorf gegen Mönchengladbach dürfte uns einige Zuschauer kosten." Mit dem Start in die Landesliga ist Jansen sehr zufrieden: "Fast in jedem Spiel sind die Jungs ans Limit gegangen." Obwohl die Union noch zwei Spiele nachzuholen hat, steht sie auf Platz sechs. Sehr gut läuft es aber auch bei den Kölnern: Trotz des 0:1 in Meppen am vergangenen Samstag, Fortunas erster Auswärtsniederlage der Saison, stehen die Südstädter auf Platz drei, mischt die Koschinat-Elf also munter ganz vorne mit.

(emo)