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Lokalsport: Ultras stürmen die Tribüne - und demolieren zig Banden

Lokalsport : Ultras stürmen die Tribüne - und demolieren zig Banden

Rund 1000 Fans begleiteten die Alemannia nach Beeck - die meisten davon friedlich. Aber eben nicht alle. So stürmten eine halbe Stunde vor Spielbeginn etliche Ultras die Tribüne.

Vorbei an den sich aufwärmenden Aachener Spielern liefen sie von der Gegengerade aus über den Platz auf die Tribüne - Tickets dafür hatten sie natürlich keine. Erst nach einigen Diskussionen mit den herbeigeeilten Polizisten verließen sie die Tribüne wieder und marschierten auf die Gegengerade zurück.

Dort präsentierte sich beim Abpfiff ein Bild der Verwüstung: Nahezu sämtliche Werbebanden waren aus der Verankerung gerissen, lagen auf dem Boden herum. "Die Reparatur wird einige Tausend Euro kosten", vermutete Günter Stroinski - und fuhr fort: "Unsere Spieler sind an der Gegengeraden bespuckt, beleidigt und mit Bierbechern beworfen worden. Das war wirklich unterste Schublade. Vielleicht war es daher doch ein Fehler, nicht das Heimrecht getauscht zu haben. Solche Chaoten haben wir im Waldstadion aber noch nie gehabt - auch die Fans von Rot-Weiß Essen waren bei weitem nicht so schlimm."

Noch am Samstagabend entschuldigte sich die Alemannia auf ihrer Homepage in aller Form für das Verhalten der "Fans", zu denen auch Mitglieder der berüchtigten "Karlsbande" gehörten, wie unschwer am mitgebrachten Banner zu erkennen war. "Die Alemannia entschuldigt sich ausdrücklich für das Verhalten einiger Zuschauer beim Gastgeber Beeck. Der Verein verurteilt diese Vorkommnisse und wird sie gemeinsam mit den Ordnungsbehörden aufarbeiten", heißt es da in der offiziellen Erklärung.

Mit "Aufarbeiten" wird es allerdings nicht getan sein. "Wir werden der Alemannia eine detaillierte Rechnung über die Reparatur der beschädigten Dinge schicken. Den angerichteten Schaden wollen wir von Aachen ersetzt haben", kündigte Geschäftsstellenleiter Thomas Klingen an. Doch nicht nur Fans hätten Schäden verursacht: "Der zweite vom Feld verwiesene Aachener Spieler hat beim Abgang in die Kabine aus Wut die Tür zum Innenraum der Tribüne malträtiert. Dafür gibt es viele Zeugen. Auch diese Tür ist nun demoliert", erklärte Klingen.

Nicht gerade eine gute Kinderstube verrieten indes auch einige Beecker Anhänger während der Pressekonferenz im Stadionzelt. Die unterbrachen mit verärgerten Zwischenrufen wiederholt die Ausführungen von Aachens Coach Peter Schubert, der wegen der aus seiner Sicht überzogenen Feldverweise ohnehin Mühe hatte, sich zu zügeln. Schließlich hatte Schubert die Nase voll, stand auf - und ging grußlos.

(emo)