Fußball: Uevekoven stürmt in DFB-Pokal

Fußball: Uevekoven stürmt in DFB-Pokal

Die Sportfreunde sind Mittelrheinpokalsieger! Vor 300 Zuschauern im Kölner NetCologne-Stadion schlugen sie Fortuna Köln mit 2:1. Christel Behr und Vanessa Seidel trafen dabei früh. Für Ärger sorgten einige Fortuna-Ultras.

Als der junge Schiedsrichter Markus Meier zum letzten Mal in seine Pfeife blies, gab es bei Mannschaft, Trainer, Betreuern und den vielen mitgereisten Fans der Sportfreunde Uevekoven im Kölner NetCologne-Stadion kein Halten mehr: Ekstatisch hüpften die Akteure auf und ab, bildeten immer neue Jubelknäuel, wussten vor lauter Glückseligkeit gar nicht so recht wohin mit der ganzen Freude.

Mit 2:1 hatten die Grün-Weißen soeben das Mittelrheinpokalfinale gegen den Ligarivalen Fortuna Köln gewonnen und damit das Ticket für den DFB-Pokal gelöst – definitiv der größte Erfolg der 1989 gegründeten Frauen-Abteilung, vielleicht aber sogar der größte Triumph der Vereinsgeschichte.

Den Grundstein für den historischen Sieg legten die Sportfreunde in der ersten Halbzeit. Da dominierten sie den merkwürdig verkrampft agierenden Aufstiegsaspiranten, kamen mit direkt gespielten Diagonalpässen in die Tiefe wiederholt gefährlich vors Fortuna-Tor. Kölns allgemeine Verunsicherung wurde durch den frühzeitigen verletzungsbedingten Ausfall von Vanessa Mehlem (14.) noch befördert, ebenso von der zunächst 100-prozentigen Chancenverwertung der Sportfreunde, die ihre beiden ersten Möglichkeiten zum 2:0 nutzten.

Bange Viertelstunde

  • Historie : Zwei von sieben Pokal-Endspielen gewann Fortuna

Erst nach dem Anschlusstor nach einer knappen Stunde legten die Fortunen den Hebel um, hatten die Sportfreunde eine bange Viertelstunde mit einigen haarigen Szenen im eigenen Strafraum zu überstehen. Trotz drückender Überlegenheit erspielten sich die Fortunen in der Schlussviertelstunde dann aber keine zwingende Ausgleichschance mehr, während die Sportfreunde den Abpfiff herbeisehnten – da wurden die Bälle nur noch herausgeschlagen, zu einem konstruktiven Aufbau- oder Konterspiel reichten auch die Kräfte nicht mehr.

Dafür stand die Abwehr sicher. Die resoluten Innenverteidiger Nicole Bertrams und Steffi Claeren beschränkten sich nach dem Motto "Keine Experimente!" auf ausdrückliche Traineranweisung diesmal aufs reine Zerstören, vor ihnen räumten hingebungsvoll Kristina Wolters und Karina Hünnekens ab. Steffi Beckers und Kathrin Grünewald machten die Außen zu, und das, was dann doch noch aufs Tor kam, stellte Clara Elsholz bei ihrem Debüt vor keine großen Probleme.

Die bereiteten dafür einige Fortuna-Ultras. So klauten sie in der Halbzeitpause ein von Uevekovens Urgesteinen Steffi Beckers und Kristina Wolters in mühevoller Heimarbeit vorbereitetes "Dankeschön"-Banner, zerschnibbelten dieses und versuchten es dann auch noch anzuzünden.

(emo)
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