Tischtennis : TV Erkelenz steht vor einem Umbruch

Der Erkelenzer Traditionsverein hat schwere Zeiten hinter sich, führt aktuell aber die Bezirksligatabelle an. Am Samstag steht das Heimspiel gegen den Tabellendrtten Anrather TK III auf dem Programm.

ETV-Teamchef Frank Picken findet klare Worte. „Das ist der nächste Härtetest für unsere Mannschaft“, sagt er vor dem Heimspiel des Tabellenführers TV Erkelens am Samstag Cusanus-Gymnasiums) gegen den Drittplatzierten, dem Anrather TK III. Bislang steht der ETV mit sieben Siegen und einem Unentschieden ziemlich souverän an der Spitze. Doch der Erkelenzer Mannschaft steht ein Umbruch bevor, der sich seit mehreren Spielzeiten abzeichnet.

In der Saison 2016/2017 war der ETV, gemeinsam mit dem Mönchengladbacher Lokalrivalen TuS Wickrath aus der Verband- in die NRW-Liga aufgestiegen. Für viele Spieler war die folgende Saison hart, denn neben weiten Auswärtsfahrten setzte es nur Niederlagen, was den Abstieg zur Folge hatte. Viel schwerer wog jedoch, dass gleich vier Spieler die erste Mannschaft verließen. Der ETV zog die Erste in die Landesliga zurück und plante den Neustart. Dort reichte es dann zwar zu Platz fünf, weil sich aber drei weitere Spieler verabschiedeten, fiel nach langer und kontroverser Diskussion im Abteilungsvorstand die Entscheidung, in der laufenden Spielzeit in der Bezirksliga anzutreten. Mit großen Auswirkungen auf die Reserve, die wegen der Regel des Verbandes nur noch in der 1. Kreisklasse an den Start gehen kann. Was die Spieler akzeptieren, selbst wenn sie ob ihrer Spielstärke lieber höher spielen würden. Das tun sie auch regelmäßig, denn Spieler der Zweiten ergänzen regelmäßig den Kader der Erstvertretung. Möglich ist dies, weil die Erste ihren Heimspieltag auf Freitag gelegt hat.

„Unser Konzept hat bisher sehr gut funktioniert: Unsere ersten drei Mannschaften sind ungeschlagen“, sagt Abteilungsleiter Martin Häusler. Doch wie geht es weiter? „Wir wollen uns erst einmal alle Optionen offenhalten und zum Ende der Rückrunde die Sachlage bewerten. Vieles hängt davon ab, wer in der nächsten Spielzeit am Meisterschaftsspielbetrieb – und in welchem Umfang – teilnehmen möchte.“ Frank Picken klingt da aufgeräumter: „Das primäre Ziel ist, dass die Zweite wieder aufsteigt. Ich bin optimistisch, dass wir mit der ersten Mannschaft aufsteigen“, sagt er – und schränkt ein: „Wenn sich personell nichts ändert.“

Der aktuelle Austausch zwischen erster und zweiter Mannschaft würde allerdings nicht mehr funktionieren. Denn es käme samstags zu Terminproblemen, weil weder die Landesliga-Mannschaft noch die der Kreisliga bereits freitags spielen könnten. Denn der Freitag als regulärer Spieltag ist nur auf Bezirksebene vorgesehen, auf Kreis- und Verbandsebene hingegen nicht. Auch der Sonntag kommt für viele Aktive als Spieltag nicht infrage. Aber was passiert mit dem ETV, wenn wieder Spieler der Erstvertretung die Mannschaft verlassen sollten? Wie es aussieht, stehen dem ETV auch nach dem Spitzenspiel von Samstag noch eine ganze Reihe von Härtetests bevor.