Fußball : TuS Kückhoven macht das halbe Dutzend voll

Hallenfußball: Zum sechsten Mal gewinnt die Germania das Turnier des SC 09 Erkelenz und schließt damit in der Siegerliste zum SC 09 auf. Im Finale gegen Würm/Lindern nimmt der TuS Revanche für die Vorjahrsniederlage und siegt 2:1. Keeper Schopphoven hält am Ende den Sieg fest.

Vor einem Jahr hatte der TuS Germania Kückhoven im Finale des Erka-Cups gegen die SG Union Würm/Lindern anderthalb Minuten vor Schluss eine 3:1-Führung noch aus der Hand gegeben - und verlor danach im Neunmeterschießen. Gestern standen sich die beiden Bezirksligisten erneut im Endspiel dieses Turniers gegenüber, und erneut ging es sehr spannend zu, drohte der TuS beim Stand von 2:1 am Ende wieder eine Führung noch aus der Hand zu geben. Doch speziell Germanias Keeper Mirco Schopphoven hatte etwas dagegen, rettete in der Schlussphase gegen mit viel Leidenschaft, aber nicht unbedingt kühlem Kopf anrennende Unioner mit tollen Paraden wiederholt die knappe Führung. So blieb es beim 2:1. Der TuS heimste damit seinen sechsten Titel ein (siehe Info), während die SG den Turnierhattrick verpasste.

Kückhovens Trainer Dirk Valley freute sich für seine Schützlinge, blieb selbst aber eher cool: "Hauptsache, die Jungs hatten ihren Spaß, und es hat sich weder einer verletzt noch einer eine Rote Karte gesehen." Und SG-Coach Hermann-Josef Lambertz konnte recht gut mit der Niederlage umgehen: "Kückhoven hat verdient gewonnen. Wir haben einige gute Chancen vergeben und uns im Überzahlspiel nicht gut angestellt. In der Halle sind zehn Sekunden wie fünf Minuten draußen."

In der Tat verpasste es die SG nach Kückhovens Treffern zum 2:0 durch Fisnik Musa und Jannik Huff, eine Zweiminutenstrafe für Torschütze Musa (wegen eines völlig unnötigen Fouls in der Ecke) zum Anschlusstreffer zu nutzen. Da wurde viel zu hektisch der schnelle Abschluss gesucht, anstatt den Ball in Ruhe laufen zu lassen und sich das verbliebene TuS-Trio zurechtzulegen. Erst einige Minuten später leitete Steven Kohnen mit seinem Anschlusstor Würm/Linderns energische Schlussoffensive ein. Die spielerische Qualität des Finals brachte Erkelenz' Bürgermeister Peter Jansen als interessierter Beobachter fachkundig so auf den Punkt: "Das Spiel war sehr umkämpft."

Für die Halbfinals galt das freilich ganz und gar nicht - die verliefen sehr einseitig. Nachdem Überraschungsteam 1. FC Wassenberg/Orsbeck immerhin zehn Minuten gegen Kückhoven das 0:0 gehalten hatte, war der A-Ligist nach dem Seitenwechsel mit seinen Kräften am Ende, konnte keinen ernsthaften Widerstand mehr leisten - die Germania siegte noch 5:0. Etwas mehr Mühe hatte Würm/Lindern mit dem Niederrhein-Bezirksligisten 1. FC Mönchengladbach II, siegte am Ende mit 4:1 aber ebenfalls noch recht deutlich.

Sehr spannend war es dafür in der Hauptrunde in Gruppe 2 zugegangen: Nach zwei der drei Spiele wiesen alle Teams drei Punkte auf. Kückhoven löste dann mit einem 3:1 gegen Germania Hilfarth das Semifinalticket, Mönchengladbach tat das mit einem 4:3 gegen den SC 09 - und das nach 0:3-Rückstand. Der wackere B-Ligist, der später auch noch zum fairsten Team gekürt wurde, segelte da also seinerseits erst mal stramm auf Halbfinalkurs, ehe er noch abgefangen wurde. SC 09-Vorsitzender Bernd Kempe tröstete sich mit dieser Erkenntnis: "Wir sind das einzige Team, das den TuS bei diesem Turnier geschlagen hat." Dafür hatten die Erka-Boys in ihrem zweiten Spiel der Hauptrunde gesorgt. Da gaben sie Kückhoven mit 2:1 das Nachsehen und sorgten so für die knifflige Tabellenkonstellation. In Gruppe 1 dagegen setzten sich Würm/Lindern und Wassenberg/Orsbeck recht sicher durch.

Mit dem SV Schwanenberg und dem SV Kuckum waren zwei frühere Turniersieger bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Dort war - wenn auch knapp als schlechtester Gruppendritter - auch schon für Bezirksligist FC Wegberg-Beeck II Endstation. Hallensprecher Sotirios Ntiremes versah seine Ankündigung der Partie der FC-Reserve gegen Würm/Lindern launig mit diesem Zusatz: "Hoffentlich gibt es in diesem Spiel mehr Bewegung als am Dienstag" - da hatten sich Beecks Erste und die SG an gleicher Stätte im Heinsberger Finale des Sparkassencups ein überaus taktisches Spiel geliefert.

Den symbolischen Finalanstoß nahm wie gewohnt die Prinzessin des Erkelenzer Prinzenpaars vor - also Ihre bezaubernde Lieblichkeit Kristina I. Ihr forscher Gemahl, Prinz Roland I.(Knippertz), genoss den Auftritt ebenfalls sehr. "Ich habe in der Jugend beim SC 09 ja auch selbst gespielt", erklärte der Ur-Erkelenzer feierlich.

(emo)
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