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Turnen: Cusanus-Gymnasium für Bundesfinale in Berlin qualifiziert

Turnen : CGE-Mädchen für Bundesfinale qualifiziert

Beim Schulsport-Landesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Hamm war das Cusanus-Gymnasium überraschend erfolgreich.

Linnea Schöpfs (30), Lehrerin, Trainerin und Betreuerin in einer Person, schildert die Minuten zwischen Wettkampf und Siegerehrung so: „Die Mädchen freuen sich schon, als sie wissen, dass sie mindestens Drittplatzierte sind. Als klar ist, dass sie sogar mindestens Zweite sind, da ist die Freude riesig. Und als klar ist, dass sie sogar die Sieger sind, da können sie ihr Glück kaum Fassen.“ So endet das Schulsport-Landesfinale, zu dem sich die besten Teams der Jahrgänge 2006-2009 aus den fünf Regierungsbezirken Nordrhein-Westfalens in der Landesturnschule des Westfälischen Turnerbundes in Hamm-Oberwerries getroffen hatten, für die Wettkampf-IV-Mädchenmannschaft des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums mit einem kaum für möglich gehaltenen Erfolg. Es gibt sogar Kenner der Szene, die von „einer kleinen Sensation“ sprechen. Und Hans-Joachim Dörrer, der nach fast 40-jähriger Amtszeit als Schulsportbeauftragter des Westfälischen Turnerbundes letztmalig als Cheforganisator des Landesfinales fungierte, lobte: „Da wurde insgesamt auf einem sehr hohen Niveau geturnt, bei dem die Entscheidungen einige Male sogar im Zehntelbereich lagen.“

So auch beim Sieg der Erka-Mädchen Mia Rotärmel, Janne Winzen, Greta Parletta sowie Emma und Eva Lang: In der Schlusswertung lag der Meister des Regierungsbezirkes Köln gleichauf (Rangziffer 8) mit dem Team des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums Mettingen (Regierungsbezirk Münster), hatte aber die Nase dank einer besser geturnten Gerätebahn mit 5:7 vorne. Auf Rang drei wurde das Christan-Dietrich-Krabbe-Gymnasium Detmold (Rangziffer 11) gewertet, dahinter mit gleicher Rangziffer 16 das Emanuel-Kant-Gymnasium Dortmund (Meister des Regierungsbezirks Arnsberg) und das Norbert-Gymnasium Knechtsteden/Dormagen (Meister des Regierungsbezirks Düsseldorf).

Ein Foto für die Ewigkeit: Linnea Schöpfs mit Eberhard Gienger, dem Weltmeister am Reck. Foto: Schöpfs

Das Cusanus-Quintett war zielstrebig in die schwere Aufgabe gegangen, wusste um die Chance, das Ticket zum vom 7. bis 11. Mai in Berlin stattfindenden Bundesfinale zu lösen. Für einen hohen Motivationsgrad hatte Linnea Schöpfs gesorgt, die selbst zweimal der Turnmannschaft des Cusanus-Gymnasiums angehörte, die 2003 und 2004 beim größten Schulsportwettbewerb der Welt, „Jugend trainiert für Olympia“, jeweils Finalvierte geworden war. 2003 fehlten Linnea Schöpfs, Cynthia Gaidzik, Monika Rausch, Ruth Reiners und Anna Savvaidis, die von Studiendirektorin Rita Hündgen betreut und von Birgit Jessat und Evi Schöpfs in der Turnabteilung des TV 1860 Erkelenz trainiert wurden, sogar nur 0,05 Punkte zur Bronzemedaille. Damals ließ es sich Bürgermeister Erwin Mathissen nicht nehmen, in der deutschen Hauptstadt persönlich zum großartigen Erfolg „seiner Erkelenzer“ im starken Feld aller Titelträger aus den 16 Bundesländern zu gratulieren. Das tat spontan auch Kunstturnlegende Eberhard Gienger, der Reck-Weltmeister von 1974 und Bronzemedaillengewinner der 1976er Olympiade von Montreal, nachdem auch der Gienger-Salto benannt ist.

Wie schon mit Blick auf das Landesfinale in Hamm, als sie in den Weihnachtsferien zusätzliche Trainingseinheiten eingelegt hatten, so werden die Erkelenzer Mädchen, die allesamt aus der ETV-Turnschule um Abteilungsleiterin Monika Nüßer (war als Kampfrichterin in Hamm dabei) kommen, bis Anfang Mai ganz sicher noch intensiv am Finalprogramm für Berlin arbeiten. Dort müssen, wie schon in Hamm, neben drei Gerätebahnen auch drei Sonderprüfungen (Tauklettern, Standweitsprung und Sprintumkehrstaffel) absolviert werden. Die Gerätebahnen A (Reck, Boden und Sprung) und B (Schwebebalken, Boden und Parallelbarren) müssen von allen Mannschaftsmitgliedern als Einzelübung geturnt werden. In der Gerätebahn C haben alle die Gruppenübungen 1 (Boden) und 2 (Langbank) in einem Durchgang zu absolvieren. Die Partnerübung 3 (Boden) wird dann paarweise geturnt.

Dieses neue Turnkonzept im Wettkampf IV absolvierte im Landesfinale in Hamm auch eine zweite, eine gemischte Mädchen/Jungenmannschaft des Cusanus-Gymnasiums, die sich als Meister des Regierungsbezirks Köln ebenfalls qualifiziert hatte. Die von Lehrerin Anne Raschke (auch Spezialistin in der Zirkus-AG) betreuten Hannes und Anton Küpper, Tom Frehse, Lion Batuew, Mats und Bent Roeben, Ina Todamm und Lotte Meiborg waren ebenso motiviert, beteiligten sich auch an Spezialtrainings für Sprint, Dreisprung und Köperspannung durch Lehrer Rodolfo Mohren-Petersohn (46), der in den 1980er Jahren selbst dreimal im Bundesfinale in Berlin das Cusanus-Trikot trug mit dem vierten Rang als beste Platzierung. Das aktuelle Erka-Team zeigte sogar Eigeninitiative, hängte zuhause ein Kletterseil auf, um diese Disziplin zu stärken. Auch dadurch war es möglich, dass Erkelenz gegen Schulen bestand, die permanent mit Turn-Leistungsstützpunkten kooperieren. So muss der dritte Rang des Erkelenzer Mixed-Teams, bei dem sogar die Jungen das Zittergerät Schwebebalken mit Bravour bestanden, unbedingt sehr hoch eingeschätzt werden. Hinter der Kardinal-von-Galen-Realschule Mettingen (Rangziffer 4) und dem Ratsgymnasium Bielefeld (Rangziffer 7), belegte das Cusanus-Gymnasium Erkelenz mit Rangziffer 13 den Bronzerang im NRW-Landesfinale, vor dem Städtischen Gymnasium Erwitte (15) und der Friedrich-Bayer-Realschule Wuppertal (19).