Fußball: Trotz Punkt: Ein bisschen ärgern wir uns nun schon

Fußball : Trotz Punkt: Ein bisschen ärgern wir uns nun schon

Beecks Innenverteidiger über das Spiel gegen seinen Beinahe-Verein Bonn - und auch über die kommende Partie in Essen.

Vor dem Spiel hätten sicherlich auch Sie einen Punkt unterschrieben.

FÄUSTER Grundsätzlich können wir damit ja auch zufrieden sein. Doch nach diesem Spielverlauf ärgern wir uns nun schon ein wenig. Da war zweifellos ein Dreier drin - und das war direkt nach dem Spiel auch der meistgefallene Satz im Waldstadion. Vielleicht nehmen wir dafür in einem anderen Spiel auch mal einen Punkt mit, wo wir den nicht verdient hätten. Im Fußball gleicht sich so was ja häufig aus.

Auf alle Fälle scheint sich das Team viel eher als vor zwei Jahren in dieser Liga akklimatisiert zu haben.

FÄUSTER Auch wenn ich damals nicht dabei war: Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass wir, wenn wir mit der besten Mannschaft spielen, tief stehen und alle fit sind, nur schwer auszuspielen sind. Auch gegen die Millionentruppe des KFC Uerdingen haben wir ja schon bewiesen, dass wir es können.

Sie haben es eben indirekt angesprochen: 2015 haben Sie nach dem ersten Regionalliga-Aufstieg Beeck verlassen, nachdem Sie im "Endspiel" in Bonn noch das wichtige 1:0 erzielt hatten. Nach diesem Spiel hatten Sie dann sehr nah am Wasser gebaut.

FÄUSTER Ja, das war damals schon sehr emotional für mich. Doch aus beruflichen Gründen habe ich schweren Herzens Beeck damals den Rücken gekehrt. Ich hatte Schichtdienst, wohnte dazu damals in Köln - viermal die Woche 160 Kilometer nach Beeck zu fahren, war auch einfach zu viel.

Sie sind ja dann zum FC Hennef gegangen, waren vorher aber auch beim Bonner SC im Gespräch.

FÄUSTER So ist es. Ich hatte Trainer Daniel Zillken damals aber direkt offen gesagt, dass ich berufsbedingt das ein oder andere Mal nicht zum Training kommen könnte - da war das Thema für ihn erledigt.

Obwohl Sie schon so lange in Beeck sind, spielen Sie nun erstmals oberhalb der Mittelrheinliga für den FC. Denn auch 2010, nach dem Aufstieg in die damalige NRW-Liga, sind Sie für ein Jahr weggegangen - zu Ihrem Jugendverein Germania Dürwiß.

FÄUSTER Das hatte sportliche Gründe. Ich war damals kein Stammspieler, bin daher zur Germania gegangen. Da wusste ich, dass ich spiele.

Für Sie ist die Regionalliga Neuland.

FÄUSTER Und daher bin gerade ich sehr froh, dass der Verein diesen Schritt gemacht hat. Die Mittelrheinliga in allen Ehren: Aber Regionalliga ist schon was anderes - in jeglicher Beziehung. So spielen wir jede Woche auf einem Top-Rasenplatz - und in der Regel auch vor deutlich mehr Zuschauern.

Ganz speziell dürfte dies für das kommende Spiel gelten - am Samstag geht's zu Rot-Weiss Essen.

FÄUSTER Allerdings. Das ist auch das Regionalligaspiel, auf das ich mich am meisten gefreut habe. Im neuen Aachener Tivoli-Stadion habe ich schon gespielt - im neuen Essener Stadion aber noch nicht.

Was nehmen Sie sich generell für die nächsten Wochen vor?

FÄUSTER Auch wenn es abgedroschen klingt: Wir fahren sehr gut damit, nur von Spiel zu Spiel zu denken, wollen kontinuierlich punkten. Das halte ich auch für möglich -nicht zuletzt wegen des intakten Teamgeists. Hier rennt wirklich jeder für jeden.

Mario Emonds führte das Gespräch

(emo)
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