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SV Kuckums Vorsitzender Thomas Portz: „Der Abstieg wäre ein echter Albtraum gewesen“​

Thomas Portz vom SV Kuckum : „Der Abstieg wäre ein echter Albtraum gewesen“

In der vor kurzem stattgefundenen Mitgliederversammlung des SV Kuckum wurde Thomas Portz,  treibende Kraft bei den Niersquell-Kickern, als Vorsitzender wiedergewählt – und äußert sich nun auch zu den Zielen und Plänen für die nächste Zeit.

Seit September 2021 spielt der SV Kuckum auf seinem neuen Areal in Kuckum (neu) – und hat nun mit einem Naturrasenplatz, einem Kunstrasenplatz und einem ebenso schmucken wie großen Vereinsheim eine Anlage, um die ihn viele beneiden dürften. Im alten Ort mussten sich die Niersquell-Kicker mit einem Aschenplatz begnügen. Keine Frage, der SVK hat damit einen gewaltigen Quantensprung hingelegt. Sportlich hinkte er aber erst einmal deutlich hinterher.

Herr Portz, in der abgelaufenen Saison haben Sie – der neuen Anlage zum Trotz – lange zittern müssen, bis der Klassenerhalt eingetütet war. Das dürfte auch an Ihnen nicht spurlos vorbeigegangen sein.

Thomas PORTZ Allerdings nicht. Ein Abstieg wäre angesichts dieser Anlage und der zukünftigen Möglichkeiten ein echter Albtraum gewesen. Mit entscheidend für das schlechte Abschneiden war ein gravierendes Verletzungspech. Selten konnten wir mal mit der stärksten Mannschaft auflaufen.

Wann waren Sie sicher, dass Sie in der Liga bleiben?

PORTZ Zwei Spiele waren da für mich entscheidend: In Breberen haben wir mit viel Glück ein „Endspiel“ 1:0 gewonnen – da war der Gegner klar besser als wir. Und auch beim direkt darauf folgenden 2:1 gegen die Reserve Union Schafhausens hatten wir das nötige Quäntchen Glück. Nach diesen beiden Spielen sah es weit besser aus, und am Ende ist es mit Platz neun ja sogar noch ein einstelliger Platz geworden. Das klingt nach einem sehr sicheren Klassenerhalt, doch angesichts von gleich sieben Absteigern war es das natürlich nicht.

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Die künftige A-Liga dürfte gerade auch für Kuckum angesichts gleich dreier Aufsteiger aus der näheren Umgebung sehr interessant werden – Sportfreunde Uevekoven, SV Schwanenberg und SC Wegberg liegen alle nur wenige Kilometer entfernt.

PORTZ Nicht zu vergessen der vierte Aufsteiger Germania Bauchem. Der liegt zwar weiter weg, hat aber eine schöne Anlage – auch auf die freue ich mich. Keine Frage, die A-Liga ist in der nächsten Saison hochattraktiv für uns.

Wollen Sie auch da wieder die Heimspiele freitagsabends austragen?

PORTZ Auf alle Fälle! Da haben wir 60 bis 80 Zuschauer mehr als an einem Sonntag. Wir wollen daher nach Möglichkeit alle Heimspiele freitags austragen.

Wie lautet Ihre Zielsetzung für die nächste Saison?

PORTZ Wir wollen uns schon um drei, vier Plätze verbessern. Mittelfristig wollen wir auch mal wieder oben mitspielen.

Das gehen Sie mit dem bewährten Trainerduo „Fuzzy“ Schmitz und Christoph Scheufen an. Wie sieht’s denn wenige Tage vor dem Stichtag 30. Juni bei der Mannschaft aus?

PORTZ Das Team bleibt zusammen, alle wären auch den Weg in die B-Liga mitgegangen. Dazu stehen einige Zugänge fest. Benni Krüger kommt aus Golkrath zurück, Rico Bischof aus der A-Jugend des SC Broich-Peel. Ein halber Neuzugang ist zudem Benni Dreßen, der einige Zeit in Mannheim studiert hat, in seinen 17 Spielen aber zehn Tore erzielt hat. Mit diesen Akteuren werden wir schon eine andere Offensivpower als in der abgelaufenen Saison haben. Dazu kommt mit Ben Seidemann ein neuer Torhüter.

Den kennt man hierzulande aber nicht. Wo kommt der her?

PORTZ Der kommt in der Tat von weit her – vom TSV Oberboihingen in Baden-Württemberg. Da hat er auch schon mal in der Landesliga gespielt.

Wie sind Sie denn an den gekommen?

PORTZ Über die private Schiene. Ben ist der Liebe wegen nach Borschemich (neu) gezogen. Vor kurzem habe ich mit einem Vorstandsmitglied Oberboihingens die Wechselmodalitäten geklärt. Dabei erklärte er mir, dass wir mit ihm nicht nur einen klasse Torhüter bekommen, sondern auch einen prima Menschen.

Eines Ihrer Ziele ist ja schon seit längerem die Intensivierung der Jugendarbeit. Wie schaut es da aktuell aus?

PORTZ Gut. Wir haben mit Viktoria Rath-Anhoven zusammen mittlerweile sieben Mannschaften, rund 100 Kinder spielen darin Fußball. In der neuen Saison werden wir auch eine C-Jugend melden, für die wir 22 Spieler haben. Mit Tom Mayer haben wir einen neuen Jugendleiter, und der kümmert sich mit unserem Geschäftsführer Lukas Storms federführend um die Jugend. Bei der Viktoria hat diese Rolle Mario Schmitz. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut.

Wie sieht es denn generell bei Ihnen im Vorstand aus?

PORTZ Wir haben alle Posten besetzt, da läuft alles bestens.

Ihr Kunstrasenplatz ist der erste im Erkelenzer Land, der nicht mehr mit Granulat, sondern mit Kork befüllt ist. Wie sind da Ihre bisherigen Erfahrungen?

PORTZ Sehr gut. Und der Kork schwemmt auch nicht nach starken Regenfällen aus – das ist ja eine Kritik, die man früher zu Korkplätzen geäußert hat. Das tut unserer nicht. Wir sind sehr zufrieden.

Was für Arbeiten oder Vorhaben am Gelände stehen denn nun so an?

PORTZ Dreierlei. Erstens sind wir beim Vereinsheim noch mit dem Feintuning beschäftigt – da gibt es noch einiges zu tun. So wollen wir die komplette Bestuhlung erneuern. Zweitens liebäugeln wir mit einer elektronischen Anzeigetafel – es wäre schön, wenn wir die zur Rückrunde realisieren könnten. Und drittens wollen wir unseren Naturrasenplatz mit Flutlicht ausstatten. Das ist aber ein mittelfristiges Vorhaben, wollen wir ab 2023 in Angriff nehmen.

Wie ist der Verein SV Kuckum bislang grundsätzlich durch die Coronazeit gekommen?

PORTZ Wir können nicht klagen. Alle Sponsoren haben weiterhin gezahlt, und es ist auch niemand aus dem Verein ausgetreten.

Zum Abschluss eine persönliche Frage: Noch wohnen Sie im alten Ort. Wann steht bei Ihnen der Umzug an?

PORTZ Ich bin in der Tat einer der Letzten, die noch im alten Ort wohnen. Im Oktober werden nun auch wir mit dem Hausbau in Kuckum (neu) anfangen.