Anstoss : Stroinski zurück in die Zukunft?

Es klingt wie eine Phrase, trifft die Sache aber exakt: Der Tod von André Sieberichs reißt in Beeck eine riesige Lücke, wirft Fragen auf, wie es beim FC nun weitergeht. Dass Vorsitzender Günter Stroinski dazu auf die nächste Woche verweist ("erst nach der Beerdigung werden wir uns damit befassen, das gebietet allein schon der Anstand"), ist völlig verständlich.

Weniger problematisch dürfte sich die Nachfolge auf der Trainerbank gestalten. Das Interimsduo Friedel Henßen/Dirk Ruhrig leistet gute Arbeit, harmoniert zudem ausgezeichnet. Das Team spielt grundsätzlich einen sehr sauberen Stiefel, überzeugt mit einer attraktiven Spielweise. Dass der Ertrag, sprich die Punkteausbeute, bislang in einem gehörigen Kontrast dazu steht, liegt in erster Linie an der krassen Abschlussschwäche — dafür können Henßen und Ruhrig nichts. Folglich wäre es nicht verwunderlich, wenn das Duo nach der Winterpause weiterhin das sportliche Sagen hat.

Schwerer dürfte es werden, den Manager Sieberichs zu ersetzen. Denn der verfügte quer durch den Mittel- und Niederrhein über ausgezeichnete Kontakte, hatte ein sehr dichtes Netz an Spezies, Informanten — und bemerkenswerte Detailkenntnisse über bemerkenswert viele Spieler. Weil das so war, hatte sich Stroinski in den vergangenen Jahren beruhigt ein gutes Stück aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Ob er — notgedrungen — da nun wieder voll einsteigt?

(emo)